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1915: 1911/12 / hrsg. vom Reichskolonialamt
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V. Deutsch-Neuguinea.

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aus verschiedenen Gründen dieser Seite der Tätigkeit nicht die Berück­sichtigung geschenkt werden, wie es wünschenswert gewesen wäre. Die mancherlei mit der Neueinrichtung einer Dienststelle verbundenen Arbeiten, die Unmöglichkeit, sich anfänglich in dem im Verkehr mit den Eingeborenen allein brauchbaren Pidgin-Englisch zu verständigen, machten größere Reisen unmöglich. Dazu kam, daß bald die Regen­periode einsetzte, die mit ständig zunehmender Heftigkeit bis zum Ende des Berichtsjahres andauerte. Die Flüsse des Bezirkes waren zeitweilig so hoch angeschwollen und führten so viel Treibholz, daß das Überschreiten der brückenlosen Flüsse mit Lebensgefahr verbunden war. Außerdem fehlte es in den Dörfern an Rasthäusern, in denen man während der schlechten Jahreszeit ein trockenes Unterkommen hätte finden und Untersuchungen hätte anstcllen können. Es kam deshalb nur zu einer größeren Reise nach dem Norden des Bezirkes und zu kleinen Touren in die nähere Fhngebung.

II. Gesundheitsdienst.

12. Seuchenbekämpfung.

Die allgemeine Bekämpfung der Malaria geschieht in Rabaul durch die in dem Kapitel »Assanierung« geschilderten Arbeiten. Von vielen Europäern wird die persönliche Prophylaxe geübt, in der Weise, daß entweder an jedem 5. Tage 1 g Chinin in Dosen von 5 x 0,2 g, oder daß an jedem Sonnabend 1 g und am Sonntag 0,6 g Chinin eben­falls zweistündlich in Dosen von 0,2 g genommen wird. Beide Methoden sind, wenn die Termine des Chininnehmens regelmäßig innegehalten werden, in weitaus den meisten Fällen gut wirksam, indem sie den Ausbruch eines F'ieberanfalles verhüten. Für die im Dienst des Gou­vernements stehenden nichteinheimischen Eingeborenen, Chinesen, Malayen, Amboinesen und Leuten aus dem Inselgebiet (von Ponape, Truk, Jap usw.), die ziemlich häufig an Malaria erkrankten, wurde die Prophylaxe, an jedem 5. Tage 1,0 g Chinin, mit Erfolg eingeführt.

Aus Käwieng berichtet Dr. Hoffmann:

»In der Bekämpfung der Malaria leistet die fortschreitende Kulti­vierung mancherlei. An die farbigen Krankenaufseher im Lande wird vom Hospital aus Chinin gegeben, das von ihnen bei fieberhafter Er­krankung unter Eingeborenen an diese unentgeltlich zu verausgaben ist. Die Malaria ist hier im Lande anscheinend noch nicht sehr lange heimisch. Dafür spricht, daß häufig auch Erwachsene an Malaria er­kranken, und daß sich bei fast allen Leuten eine mehr oder minder starke Milzschwellung findet. Denn im Gebiete der Astrolabebucht, wo Malaria sicher seit unvordenklichen Zeiten heimisch ist, sind in­folge einer erworbenen relativen Immunität Fieberanfälle bei Erwach­senen sehr selten, auch finden sich bei Erwachsenen kaum je Milz­schwellungen. Der Europäer kommt auch hier ohne Chininprophylaxe, dauernd oder vorübergehend, nicht aus. Am meisten hat sich die