Jahrgang 
1915: 1911/12 / hrsg. vom Reichskolonialamt
Entstehung
Seite
480
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V. Deutsch-Neuguinea.

(Berichterstatter: Medizinalrat Dr. Wendland.)

I. Allgemeines.

1. Sanitätspersonal und seine Verteilung.

Nach dem Etat waren 5 Regierungsarztstellen im Schutzgebiet vorgesehen, je eine in Rabaul, Herbertshöhe, Käwieng, Friedrich- Wilhelmshafen und Namatanai. Die 4 erstgenannten Stellen waren das ganze Jahr hindurch besetzt; doch trat infolge von Beurlaubungen in Rabaul, Herbertshöhe und Friedrich-Wilhelmshafen ein Personen­wechsel ein. Die Arztstelle in Namatanai wurde erst Mitte November besetzt. Vom 1. Februar d. J. ab waren in Rabaul 2 Regierungsärzte tätig, da es für einen Arzt, der gleichzeitig die Geschäfte des Medi­zinalreferenten versieht, unmöglich war, auf die Dauer allen an ihn herantretenden Anforderungen gerecht zu werden, und es sich ferner als notwendig erwies, einen Arzt zur Verfügung zu haben, der bei Aus­bruch von Seuchen an anderen Plätzen des Schutzgebiets und zu nötig werdenden Vertretungen zeitweise herangezogen werden konnte.

Privat- und Missionsärzte gibt es bisher im Schutzgebiet nicht.

Von Sanitätsgehilfen waren 9 im Dienst des Gouvernements be­schäftigt : 2 in Rabaul und je einer in Herbertshöhe, Käwieng, Nama­tanai, Kieta, Morobe, Eitape und vom November 1911 ab einer in Manus. Ferner sind noch 9 Heilgehilfen von Privatgesellschaften angestellt: 3 im Bezirk Herbertshöhe, 2 in Kaiser-Wilhelmsland, einer auf der Insel Witu (Frenchinseln), 3 auf den Hermitsinseln. Die Erfahrung hat ge­lehrt, daß ohne eine dauernde und ständige Vermehrung des Sanitäts­personals sowohl beim Gouvernement wie bei den privaten Unterneh­mungen an eine Sanierung der Eingeborenen in großem Umfang nicht zu denken ist.

Endlich waren im Krankendienst 4 Schwestern vom Deutschen Frauenverein vom Roten Kreuz für die Kolonien im Schutzgebiet tätig, 2 im Europäerkrankenhaus in Rabaul, je eine in Herbertshöhe und in Friedrich-Wilhelmshafen.

2. Sanitäre Einrichtungen.

Für Europäer sind im Schutzgebiet 3 Krankenhäuser vorhanden: in Rabaul, in Herbertshöhe und in Friedrich-Wilhelmshafen. Das Krankenhaus in Rabaul ist seit dem 1. April 1911 in Betrieb. Es besteht