Jahrgang 
1915: 1911/12 / hrsg. vom Reichskolonialamt
Entstehung
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I. Deutsch-Ostafrika.

bringen und dem Manne die Gebrauchsfähigkeit seines Beines wieder­zugeben.

Endlich sei noch als Kuriosum ein Fall von Aneurysma der linken Subclavia erwähnt. Das Aneurysma wurde versehentlich angeschnitten und, da die zentrale Unterbindung nicht gelang, tampo­niert. Am io. Tage nach der Operation stand die Blutung auch nach Entfernung derTamponade. Um nun die ständig drohende Blutungs­gefahr zu beseitigen, wurde ein frisch exstirpierter Bruchsack (Serosa gegen Gefäßintima) in den Aneurysmasack eingepflanzt. Der Bruchsack heilte ein lebender Tampon ein, der Aneurysmasack schrumpfte und verwandelte sich in eine derbe Bindegewebsmasse. Der Mann ist geheilt und beschwerdefrei. Bezüglich der Wundheilung im allgemeinen möchte ich noch bemerken, daß wir uns von einer Überlegenheit der Heilungstendenz Farbiger bei Verwundungen operativer oder akzi­denteller Art nicht haben überzeugen können. Shockwirkung nach schweren Verletzungen scheint allerdings seltener zu sein.

Eine Nachweisung der im Schutzgebiete ausgeführten wichtigsten Operationen enthält Anlage 19.

21. Krankendienst bei großen privaten Unternehmungen.

A. Europäer.

Die Statistik befindet sich in Anlage 26. Im Krankenhaus der Usam- bara-Bahn behandelt wurden insgesamt 97 Europäer mit 1097 Be­handlungstagen.

Es kommen somit auf einen hier verpflegten Europäer =

77

14,3 Krankheitstage.

Das Krankenhaus war durchschnittlich belegt mit^ = 3 Kranken.

365

Sämtliche mit Arbeitsunfähigkeit über 3 Tage erkrankten Europäer wurden im Krankenhaus behandelt. Von diesen wurden fast alle geheilt oder in guter Heilung entlassen mit folgenden Ausnahmen :

Gestorben sind:

1 Angestellter an den Folgen eines Unterleibsschusses, 1 Unternehmer an vielfachem Leberabszeß.

Als geheilt aber noch schonungsbedürftig wurden nach Deutsch­land geschickt :

2 Lokomotivführer,

1 nach erfolgreicher Operation (in Tanga) eines solitären. Leberabszesses,

1 nach kompliziertem Splitterbruch eines Unterschenkels (starker Kallus, etwas Versteifung im Sprunggelenk, keine Deformität).