Volume 
1915: 1911/12 / hrsg. vom Reichskolonialamt
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Krankendienst. jgq

Nachstehende Übersicht gibt Auskunft über die Krankenbewegung der im Sewa-Hadji-Hospital insgesamt behandelten Farbigen.

Zivilpersonen

Schutztruppe

Summe

Bestand waren.

63

34

97

Zugang..

5 8b3

933

6 796

Davon ins Krankenhaus .

818

280

1 107

Davon in die Poliklinik .

5 «45

b44

5 689

Abgang.

5 827

942

6 70Ö

Davon geheilt.

5 459

926

6385

Gestorben.

75

7 .

82

Anderweitig .

293

9

239

Bestand bleiben.

99

25

124

20. Kasuistik.

1. Malaria und Schwarzwasserfieber.

Über Malariaerkrankungen, die von schweren Störungen des Be­wußtseins begleitet waren, berichtet Stabsarzt Dr. Exner, der Leiter des Gouvernementskrankenhauses Daressalam :

»Ein Mann wurde von einer Pflanzung in vollkommen bewußtlosem Zustande mit Fieber von 38,7° ins Krankenhaus gebracht. Er war sehr unruhig, der Stuhl ging unwillkürlich ab. Im Blut, dessen Hämoglobingehalt ö2°/ 0 betrug, fanden sich massenhaft Tropicaparasiten verschiedenen Alters. Er erhielt sofort eine Chinineinspritzung von 0,5. Es traten noch 2 Fieberanfälle bis 40° auf. Der Blutfarbstoffgehalt sank bis auf 39°/,,. Der Urin enthielt etwas Eiweiß und Gallenfarbstoff. Die Chininmengen wurden deshalb über den Tag verteilt (3 mal 0,15) und gesteigert bis 2 mal 0,5. Das Bewußtsein kehrte nach einigen Tagen allmählich wieder, der Kranke blieb fieberfrei, erholte sich dann schnell und konnte am 12. Behandlungstag entlassen werden. Der Blutfarbstoffgehalt war wieder auf 6o°/ n gestiegen.

Ein Plantagenassistent, bei dem Malaria tropica und quartana festgestellt worden war, kehrte nach dreitägiger Krankenhausbehandlung, nachdem er 3 mal

1 g Chinin erhalten hatte, auf seine Pflanzung zurück. Die verordnete Nachkur führte er ganz unregelmäßig und mit ungenügenden täglichen Mengen weiter. 16 Tage später wurde er in bewußtlosem Zustande mit der Bahn nach Daressalam geschafft. Er war am gleichen Tage um 8 Uhr morgens während eines Ganges auf der Pflanzung umgefallen und bewußtlos geblieben. Nach dem Transport, bei der Ankunft im Krankenhause, betrug das Fieber 39,3°. Er erhielt, da die Diagnose durch die kurz vorhergegangene Malariaerkrankung gesichert schien, alsbald kurz nacheinander 2 Einspritzungen von Chinin 0,5. Flüssigkeit wurde durch den Darm verabfolgt, der Kopf durch einen Eisbeutel gekühlt. Den nächsten Tag, währenddessen 3 Einspritzungen von je 0,5 Chinin gemacht wurden, blieb das Fieber bis nachmittags hoch (auf 39,0), war um 8 Uhr noch 38,6 und fiel dann während der Nacht auf 76,5, um von da an fortzubleiben. Malaria­parasiten waren im Blut nicht mehr zu finden. Es wurde noch 2 Tage lang Chinin

2 mal 0,5 eingespritzt und dann innerlich in Dosen von je 0,25 gegeben. Den Tag nach seiner Ankunft war der Kranke noch völlig bewußtlos, am 3. Tage nahm er zuerst etwas Flüssigkeit zu sich.

In den folgenden Tagen war der Kranke noch sehr unruhig und teilweise benommen und versuchte nachts und gegen Morgen von Wahnvorstellungen, die in das sexuelle Gebiet hinüberspielten, getrieben, das Krankenhaus zu ver­lassen. Indessen trat in kurzer Zeit völlige Wiederherstellung ein.