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I. Deutsch-Ostafrika.
Erkrankt waren:
a. an Tripper. 49,
b. » weichem Schanker. 8,
c. » Svpliilis . 5,
d. » Erosionen am Muttermund . 3,
e. » gonorrhoischem Abszeß der barthol. Drüsen . 1.
Zahlder Behandlungstage 3 147.
Sämtliche Kranken wurden im Hospital behandelt.«
e. Geisteskrankenfiirsorge.
Über die Fürsorge für farbige Geisteskranke berichtet die im Bezirke Wilhelmsthal liegende Station »Litindi« des Evangelischen Afrikavereins, der geisteskranke Eingeborene des Schutzgebiets seitens der Bezirksämter gegen Zahlung eines Verpflegungssatzes überwiesen werden, folgendes:
Die Arbeit an den Geisteskranken hat wieder eine kleine weitere Ausdehnung genommen.
Diese Arbeit steht unter der Leitung eines Europäers. Zur Pflege der Geisteskranken sind 6 Wärter und 2 Wärterinnen angestellt. Es wurden im Berichtsjahr 81 Kranke mit 16 206 Tagen verpflegt. Durchschnittlicher Krankenbestand: 45- 50.
Als weitere Aufgabe der Irrenpflege stellte sich die Versorgung der aus dem Irrenhaus als geheilt Entlassenen heraus. In erster Linie bei solchen, die nach der Heilung und Entlassung doch körperlich und geistig schwach geblieben, und die in der Regel nicht in der Lage sind, sich außerhalb der Anstalt selbst unterhalten zu können und die aus diesem Grunde dann lieber hier bleiben. Diese finden dann hier weitere Lhiterkunft und Beschäftigung, können aber zu jeder Zeit auf ihren Wunsch ihre Entlassung erhalten.
Da ein großer Prozentsatz der Kranken schon in recht schwachem und elendem Zustande hier eingeliefert wird und viele tobsüchtige und gemeingefährliche Kranke vorhanden waren, so wurden an das Pflegepersonal oft große Anforderungen gestellt. Wir konnten die Beobachtung machen, daß die Pfleger mit immer mehr Geschick und Umsicht ihren Pflichten nachkamen.
17. Bevölkerungsstatistik.
a. Akklimatisation der einzelnen Europäer, der Familien und des Nachwuchses.
Stabsarzt Dr. Exner schreibt darüber aus dem Gouvernementskrankenhause Daressalam :
»Die hier geborenen Europäerkinder wurden größtenteils von ihren Müttern gestillt. Sie litten, ebenso wie die schon mehrjährigen, des öfteren an Verdauungsstörungen und Furunkulose, einige auch an Malaria und an fieberhaften Erkrankungen, bei denen keine Malariaerreger im Blut nachgewiesen werden konnten.