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1915: 1911/12 / hrsg. vom Reichskolonialamt
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Gesundheitsdienst.

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von den Missionaren oder Krankenschwestern ärztlich versorgt, Schwer­kranke oder zu Operierende in der Regel dem Krankenhaus überwiesen. Auf der Missionsstation Milow (Bezirk Songea) kamen, durch heim­kehrende Bahn- und Plantagenarbeiter eingeschleppt, die ersten Fälle von Rückfallfieber zur Beobachtung.

16. Soziale Hygiene.

a. Trägerfürsorge.

Infolge ihrer Abgelegenheit von großen Karawanenstraßen wird die Station Wilhelmsthal nur in seltenen Fällen von Trägerkarawanen berührt. Infolgedessen sind keine besonderen Maßnahmen dafür ge­troffen. Für eventuelle Unterbringung sorgt der Akide. Nahrungs­mittel sind in den hiesigen beiden Inderläden stets genügend und in verschiedener Auswahl käuflich zu erlangen.

Eine Karawanserei ist auf der Station Pangani nicht vorhanden, so daß die angeworbenen Träger sich selbst Unterkunft suchen müssen. Für Dienstreisen ins Innere werden Träger von den Jumben bzw. Akiden der umliegenden Dörfer gestellt.

Im Bezirke Bagamojo ist in letzter Zeit der Karawanen verkehr bedeutend gesunken. Der Rückgang dieses Verkehrs ist einesteils auf den Bahnbau Baressalam-Tabora und andernteils auf den anhaltenden Verzug der indischen Großkaufleute von hier nach Daressalam zurück­zuführen. Auch ist der Trägerbedarf seitens der europäischen Firmen gegen früher stark in den Hintergrund getreten. Der z. Zt. herrschende geringe Karawanenverkehr erstreckt sich nur auf die im Bezirke an­sässigen Europäer oder Missionsstationen.

Die in Bagamojo vorhandene Karawanserei ist seit etwa einem Jahre außer Betrieb gestellt und findet seit der Zeit durch Veräußerung andere Verwendung. In Sadani bestehen noch einige aber wenig be­nutzte Askariwohnungen, welche von den ankommenden Trägern als Unterkunftsräume verwandt werden. Andere Unterkunftsräume sind im Bezirke für Träger nicht vorhanden.

Im Bezirk Rufiji werden Träger im allgemeinen wenig gebraucht, da sich der Haupt verkehr auf dem Rufiji und Mohoroflusse abspielt, wo die Lasten durch den Gouvernementsdampfer Tomondo, durch Einbäume und auf dem Mohoro durch Dhaus befördert werden. Meist nur für Europäerreisen im Bezirk werden Träger benötigt für kürzere Strecken, wofür die Träger einen Tageslohn von 25 H. und täglich 15 H. für Verpflegung erhalten. Lasten von 2530 kg werden von den kräf­tigen Bewohnern des Bezirks leicht, wenn auch nicht gern getragen.

Die Verpflegung für die Träger im Bezirk Kilwa wird mit 15 H. in bar ausbezahlt. Der ortsübliche Lohnsatz beträgt 25 H. Von No­vember bis Januar ist im Innern des Bezirks Verpflegung nur an den größeren Plätzen, in denen Händler wohnen, zu erhalten.