Gesundheitsdienst.
Im wesentlichen wurden die Untersuchungen im amtlichen Aufträge vorgenommen, nur einzelne Wasseruntersuchungen wurden auf Antrag von Privatleuten ausgeführt.
Bei den Wasserproben handelte es sich in 17 Fällen um Feststellung der Verwendbarkeit als Trinkwasser, 19 Proben waren außerdem auch auf ihre Brauchbarkeit zu technischen Zwecken und 31 Sodawasserproben auf Reinheit zu prüfen.
Die Untersuchung von Nahrungsmitteln erstreckte sich auf Milch, Palmenwein, öl, Weinmost, Orangensekt und Zucker.
Von letzterem war eine Probe eingeliefert unter dem Verdacht, mit Kupfervitriol versetzt zu sein. Die verdächtig erschienene stellenweise Blaufärbung erwies sich jedoch als durch allzu reichlichen Ultramarinzusatz entstanden.
Die physiologischen Untersuchungen beschränkten sich ausschließlich auf Harnzuckerbestimmungen.
Anläßlich eines Strafverfahrens gelangten durch ein Gericht Teile von drei unter Vergiftungserscheinungen verendeten Ochsen zur Untersuchung. In allen drei Fällen konnte einwandfrei Arsen nachgewiesen werden. Eine Leber enthielt 3,4 mg-Prozent As., 0 3 .
Von einem Bezirksamt war eine mit wenig Leinwand umhüllte erbsengroße schwarze Masse eingesandt, die zu einem Vergiftungsversuch gedient haben sollte, weil sie von einem eingeborenen Diener dem Herrn als Zusatz zum Sodawasser präsentiert war. Das schwarze Kügelchen erwies sich jedoch als Holzkohle.
An Arzneimitteln gelangten neben indischen Medizinen auch verschiedentlich Chinintabletten deutscher Herkunft zur Untersuchung, von denen eine Probe beanstandet wurde, weil dieTabletten, in o,3°/ 0 ig e Salzsäure geworfen, nach zwei Tagen noch nicht völlig zerfallen waren, weil ferner das verwendete Chininsalz über 1 °/ 0 Xebenalkaloide der Chinarinde enthielt und weil außerdem die Tabletten untergewichtig waren.
Ferner wurde ein Mineral untersucht, das als hochprozentiges Magneteisenerz festgestellt wurde. Schlammproben aus der Umgebung heißer Schwefelquellen bestanden aus Kalziumkarbonat mit erheblichen Mengen von ausgeschiedenem Schwefel. Eine Probe von Ausscheidungen aus der Umgebung einer anderen warmen Quelle war fast technisch reiner kohlensaurer Kalk.
13. Wissenschaftliche Tätigkeit einzelner Sanitätsdienststellen.
Die nachfolgenden Feststellungen erfolgten nach den Anweisungen der schon im vorigen Jahresberichte erwähnten »Vorläufigen Dienstanweisung für Feststellungen über Gesundheitsverhältnisse in Deutsch- Ostafrika« vom 3. März 1910.