Jahrgang 
1915: 1911/12 / hrsg. vom Reichskolonialamt
Entstehung
Seite
125
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Gesundheitsdienst.

Im wesentlichen wurden die Untersuchungen im amtlichen Auf­träge vorgenommen, nur einzelne Wasseruntersuchungen wurden auf Antrag von Privatleuten ausgeführt.

Bei den Wasserproben handelte es sich in 17 Fällen um Fest­stellung der Verwendbarkeit als Trinkwasser, 19 Proben waren außer­dem auch auf ihre Brauchbarkeit zu technischen Zwecken und 31 Soda­wasserproben auf Reinheit zu prüfen.

Die Untersuchung von Nahrungsmitteln erstreckte sich auf Milch, Palmenwein, öl, Weinmost, Orangensekt und Zucker.

Von letzterem war eine Probe eingeliefert unter dem Verdacht, mit Kupfervitriol versetzt zu sein. Die verdächtig erschienene stellen­weise Blaufärbung erwies sich jedoch als durch allzu reichlichen Ultra­marinzusatz entstanden.

Die physiologischen Untersuchungen beschränkten sich ausschließ­lich auf Harnzuckerbestimmungen.

Anläßlich eines Strafverfahrens gelangten durch ein Gericht Teile von drei unter Vergiftungserscheinungen verendeten Ochsen zur Unter­suchung. In allen drei Fällen konnte einwandfrei Arsen nachgewiesen werden. Eine Leber enthielt 3,4 mg-Prozent As., 0 3 .

Von einem Bezirksamt war eine mit wenig Leinwand umhüllte erbsengroße schwarze Masse eingesandt, die zu einem Vergiftungsver­such gedient haben sollte, weil sie von einem eingeborenen Diener dem Herrn als Zusatz zum Sodawasser präsentiert war. Das schwarze Kügelchen erwies sich jedoch als Holzkohle.

An Arzneimitteln gelangten neben indischen Medizinen auch verschiedentlich Chinintabletten deutscher Herkunft zur Untersuchung, von denen eine Probe beanstandet wurde, weil dieTabletten, in o,3°/ 0 ig e Salzsäure geworfen, nach zwei Tagen noch nicht völlig zerfallen waren, weil ferner das verwendete Chininsalz über 1 °/ 0 Xebenalkaloide der Chinarinde enthielt und weil außerdem die Tabletten untergewichtig waren.

Ferner wurde ein Mineral untersucht, das als hochprozentiges Magneteisenerz festgestellt wurde. Schlammproben aus der Umgebung heißer Schwefelquellen bestanden aus Kalziumkarbonat mit erheblichen Mengen von ausgeschiedenem Schwefel. Eine Probe von Ausscheidungen aus der Umgebung einer anderen warmen Quelle war fast technisch reiner kohlensaurer Kalk.

13. Wissenschaftliche Tätigkeit einzelner Sanitätsdienststellen.

Die nachfolgenden Feststellungen erfolgten nach den Anweisungen der schon im vorigen Jahresberichte erwähnten »Vorläufigen Dienst­anweisung für Feststellungen über Gesundheitsverhältnisse in Deutsch- Ostafrika« vom 3. März 1910.