Jahrgang 
1915: 1911/12 / hrsg. vom Reichskolonialamt
Entstehung
Seite
19
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Allgemeines.

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Die Inderhäuser sind durchweg aus Holz mit Wellblech gedeckt und haben Zementfußböden. Neubauten sind nicht entstanden. Seit der diesjährigen großen Überschwemmung des Mukondukwa, durch welche das ganze Eingeborenendorf, mit Ausnahme der nördlich von der Eisenbahn am Gebirge gelegenen Häuser, zerstört wurde, haben sich die Eingeborenen fast alle auf einen nahe der Berge befindlichen Hügel gezogen, woselbst sie jetzt ihre Lehm- und Matetehütten erbaut haben.

Die in Mahenge wohnenden indischen Händler haben zum größten Teile Steinhäuser mit Wellblechdach errichtet. Bei einigen Indern sind die Steinhäuser noch mit Stroh gedeckt, einige Inderhäuser sind noch im Bau begriffen. Die Eingeborenen bauen ihre Hütten in der üblichen Art aus Holzgerüsten, die mit Lehm überstrichen werden; die Hütten werden durchweg mit Stroh gedeckt. Baufällige und zerfallene Hütten müssen auf Anordnung der Station abgerissen werden. Die Häuser der Händler und die Hütten der Eingeborenen folgen den vorgeschriebenen Straßenzügen. Die in der Nähe der Station gelegenen Gebäude mußten sämtlich abgerissen werden, um freies Schußfeld zu bekommen, so daß jetzt die Ortschaft erst hinter dem Marktplatze beginnt.

ln Muansa wurde der Neubau der Schule ein massives Steinhaus mit Wellblechbedachung in Angriff genommen. Außerdem entstanden 45 Inder­häuser (Luftziegelbauten mit Wellblechbedachung) und 34 Wasuahelihäuser (Luftziegelbauten mit Stroh- und Wellblechbedachung).

Die Farbigen in Kilimatinde wohnen durchweg in Lehmhäusern mit flachen Dächern (sog. Temben). Bei dieser Bauart bilden mehrere Wohnhäuser ein in sich geschlossenes System. Sie sind so gebaut, daß die ganze Häusergruppe ein Viereck umschließt, in dem das den Tembenbesitzern gehörige Vieh nachts Unterkunft findet.

Die Mehrzahl der Askariwohnungen in Udjidji bedarf wegen Baufälligkeit eines gänzlichen Neubaues. Mit der Anlage eines neuen Askaridorfes wurde der Anfang gemacht.

Für die Kettengefangenen wurde in Usambara eine neue Küche gebaut. Im Askari- und Trägerdorfe sind die baufälligen Hütten durch neue ersetzt worden.

Im Händlerdorfe ist fleißig gebaut worden. Neu entstanden sind drei Inder- und ein Araberhaus. Große Gebäude aus luftgetrockneten Ziegeln, die mit Ba­nanenblättern und mit Gras gedeckt sind. Alle vier dienen zu Handelszwecken; sie enthalten den Wohnraum für den Besitzer und gleichzeitig einen Verkaufs­raum. Daneben sind noch kleine Lagerhäuser angelegt. Auch die Hütten der Eingeborenen im Dorfe haben an Zahl zugenommen. Neue sogenannte Wasuaheli­häuser sind teilweise an Stelle der alten Rundhütten getreten. Neue Straßen sind angelegt, die alten gerichtet. Jeder Platz für ein neu zu bauendes Haus wurde von der Residentur abgemessen und abgesteckt. Überflüssige Bäume und Sträucher sind entfernt, so daß das ganze Dorf jetzt einen wesentlich freund­licheren und saubereren Eindruck macht. Dort, wo früher Gruben und Löcher waren, sind sauber zugeschüttete Plätze entstanden.

Die Askarihäuser Bukobas blieben wie früher. Dagegen wurde ein neuer Kettenraum aus gebrannten Steinen und Kalk errichtet. Der Fußboden wurde, da sich Zement als zu kostspielig erwies, aus Ziegeln hergestellt, und die Fugen mit Kalkmörtel verschmiert. Am Strande wurden unweit der Kanweimündung einige Strohhütten als Quarantänestation eingerichtet.

4. Verpflegung.

A. Europäer.

Der Verbrauch von Fleisch- und Gemüsekonserven ist in Tanga, Wil- helmstal und Amani verhältnismäßig gering, da es täglich frisches Fleisch gibt; Gemüse und Kartoffeln werden von den Ansiedlern in Usambara gebaut und, ebenso wie Wurst, Schinken und Tafelbutter, nach Tanga geliefert. Seit­dem die Usambarabalin Moschi erreicht hat, trifft allwöchentlich eine größere Sendung frischer Butter hier ein, die ein Ansiedler vom Kilimadjaro liefert; der Preis für 1 Pfd. beträgt in Tanga 2 ,/(. Obst gibt es das ganze Jahr hindurch.