Jahrgang 
1915: 1911/12 / hrsg. vom Reichskolonialamt
Entstehung
Seite
13
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Allgemeines.

*3

3. Unterkunft.

A. Europäer.

Die Unterkunftsverhältnisse der beamteten und nichtbeamteten Europäer, die im Vorjahr als im ganzen günstig bezeichnet wurden, haben auch im Berichtsjahre mannigfache Verbesserungen erfahren. Im einzelnen ist den Berichten folgendes zu entnehmen.

Die Wohnungsverhältnisse der Station Wilhelmstal wurden durch den Bau eines Vermessungsbureaus mit 2 Wohnzimmern für Beamte verbessert. Ferner wurden ein Wirtschaftsgebäude zur Dienstwohnung des Bezirksamtmanns und ein Küchengebäude für die Messe II erbaut; im Bau befindet sich eine neue Markt­halle. Auf zahlreichen Pflanzungen wurde für bessere Unterbringung der Europäer durch Bau massiver Wohnhäuser gesorgt.

Die Europäer des Landwirtschaftlich-Biologischen Instituts Amani sind in massiven, nach europäischer Art gebauten Steinhäusern untergebracht. Gegen Wind und Wetter schützen gute Wellblechdächer und Fenster mit Glasscheiben.

Trotzdem im Berichtsjahre die Bautätigkeit in Tanga rege war, herrscht hier noch immer großer Wohnungsmangel.

In Muhesa herrschte eine rege Bautätigkeit. Die Europäer sind zum Teil in massiven Steinhäusern mit Strohdach untergebracht.

In Pangani wurde ein neues Beamtenhaus fertiggestellt und bezogen.

Die bauliche Tätigkeit in Daressalam war in den letzten Jahren rege. Für Europäer wurden neben Einfamilienhäusern, besonders in der Mitte der Stadt, auch größere Häuser mit mehreren Wohnungen errichtet.

Steinhäuser nach Europäerart sind 323 vorhanden, Häuser im Araberstil 254.

In Mohoro sind Verbesserungen in den Wohnungsverhältnissen nicht ein­getreten, da man mit dem Aufbau des neuen Bezirksamtes in Utete am Rufiyi- strom begonnen hat.

Die Unterkunftsräume der Beamten in Lindi sind im allgemeinen als gut zu bezeichnen. Es bestehen je ein gutes Haus für den Bezirksamtmann, den Se­kretär, den Zollbeamten; in zweizimmerigen Wohnungen wohnen der Regierungs­arzt im Krankenhause und der Lehrer in der Schule. Weniger günstig liegen die Verhältnisse für die Bureauassistenten und -gehilfen, die wohl gute Räume, aber infolge der Lage in ihren Wohnungen wenig Luftzug haben.

Sehr günstig sind die Wohnungsverhältnisse des Leiters der Bezirksneben­stelle Mikindani, der ein vorzügliches Gebäude mit einer großen Anzahl von Zimmern bewohnt.

Äußerst primitiv dagegen ist die Wohnung des Leiters der Bezirksneben­stelle Newala, jedoch wird an einem neuen Lehmhause, das mit Wellblech gedeckt wird, gebaut.

Die Unterkunftsräume der Polizeiaskari im Bezirksamtsgebäude in Lindi sind recht dürftig, dagegen entsprechen die Kettenräume allen Anforderungen.

In den Bauten des Bezirksamts Ssongea zur Unterbringung der Gouver­nements- usw. Beamten sind Änderungen nicht eingetreten.

Der Kaufmann B. hier hat aus einer früheren Veranda seines Hauses an der Nordseite ein Wohnzimmer für Fremde errichtet von etwa 36 cbm Größenraum.

Die Mission Peramiho baut zur Zeit ein Schwesternhaus und eine Kirche, die aber noch lange nicht fertig sind.

Auch von seiten der Mission Ivigonsera wurden Verbesserungen an den Wohn­gebäuden vorgenommen.

An der alten Borna in Moschi wurden die dringlichsten Schäden stets repa­riert. Eine gründliche Änderung ist bei dem alten Gebäude nicht mehr möglich und zwecklos, da der Bau einer neuen Borna in Neu-Moschi in nächster Zeit be­gonnen werden soll. An Verbesserungen in der Unterkunft der Europäer im alten Moschi ist daher nur der Anbau von 2 Zimmern an ein schon bestehendes ein- zimmeriges Haus zu nennen, das dadurch zu einer schönen Wohnung für einen verheirateten Sekretär wurde.