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1903: 1901/1902
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Deutsch-Neu-Guiuea rc.

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Aul-

Wegebau :c.

Bauten des Bezirksamts.

Pflanzungen der Ein­geborenen.

Pflanzungen des Bezirks­amts.

3. Marianen (Äaipan).

a) Bevölkerung.

An Weißen befinden sich auf den Marianen 7 Deutsche, 3 Spanier, sowie 13 Chilenen, Mexikaner und Peruaner. All sonstigen Nichteingeborenen wurdet: 18 Japaner und 3 Malayen gezahlt. Die Zahl der eingeborenen Karoliner mld Chamorros belies sich am 1. April 1902 auf 2357. Gegenüber dem Vorjahr haben die Weißen eine Zunahme um 17 Köpfe (von 6 auf 23) zu verzeichnen; die Gesammt- bevölkerung hat um 269 Köpfe (von 2132 auf 2401) zu­genommen; davon kommen 28 auf den Geburtenüberschuß, 241 auf Zuwanderung.

b) Gesundheitsverhältnisse.

Ueber den Gesundheitszustand der Bevölkerung ist Bemerkenswerthes nicht zu berichten. Die Blatternimpfung wurde im Jahre 1901 an 1617 Personen, d. h. etwa zwei Drittel der Gesammtbevölkerung, ausgeführt.

e) Schulen.

An: 1. März 1902 ist eine deutsche Schule in Garäpan eröffnet worden. Sie wird von 25 Eingeborenen-Kinder besucht. Den Unterricht ertheilt in Ermangelung eines Lehrers der Bezirksamtmann.

ä) Oesfentliche Arbeiten und Bauwesen.

Der Westküste von Saipan entlang, von Tanüpag über Garüpan, wurde eine 4 m breite Straße gebaut, die eine Verbindung mit der an der östlichen Seite der Insel gelegenen Bucht Lanlan (Magicienne) herstellen soll. Der Hafen voll Tanüpag ist bei einer Miuimaltiefe voll 31/2 Faden zwar für Segelschiffe und kleinere Dampfer, nicht aber für große Schiffe zugänglich. Dagegen scheint die Lanlanbucht, trotzdem sie den hier vorherrschenden Ostwinden ausgesetzt ist, in ihrem nordöstlichen durch eine vorspringende Landzunge geschützten Theile ein auch für große Dampfer geeigneter Hafen zu sein. Die erwähnte Straße, von der am 1. April 1902 ungefähr 10 Lm vollendet waren, soll die Verbindung mit diesem Hasen herstellen. Zugleich wird die Straße von Tanüpag aus nach Norden und Osten Weitergeführt, um die wasserreiche und fruchtbare Ostküste zu erschließen.

Im Berichtsjahre wurden errichtet:

Zwei je 20 m lange und 10 m breite Gebäude am Strande zu beiden Seiten der neuen Landungsbrücke. Sie enthalten Schul- und Wohnräume und dienen gleich­zeitig als Boots-, Lager- und Maschinenräume. Ferner wurde ein Haus in gleicher Größe im Orte selbst gebaut, das eine Schreinerei und Schmiede enthält. In Tinian wurde das alte, aus dem Jahre 1669 stammende Seminar restaurirt und eine im Jahre 1870 begonnene aber un­vollendet gebliebene Kapelle zu Wohnräumen hergerichtet. In Rota wurde mit dem Bau eines neuen Amtshauses begonnen.

v) Wirthschaftliche Entwicklung.

1. Kandwirthschast und Viehzucht.

In den zwei Jahren des Bestehens der deutschen Verwaltung haben die Eingeborenen ihre Anpflanzungen erheblich ausgedehnt. Neben der Kokosnuß, die ihnen bei geringer Mihe einen sicheren Ertrag giebt, wird neuerdings besonders Tabak gebaut. Der auf den Marianen Produzirte Tabak ist früher stets in Manila verkauft worden, und auch heute findet er jederzeit in Guam schlanken Absatz.

Seitens des Bezirksamtes wurde in: Berichtsjahre die Bepflanzung der Savannen mit Kokosnüssen fortgesetzt.