Landfrieden.
Verlvaltnng.
Deutsch-Neu-Gumea rc. Aß
Dem Bezirksamt stehen ein circa sechs Tonnen großer Kutter und drei Boote zur Verfügung, die den Anforderungen der Verwaltung keineswegs genügen, besonders dann, wenn es sich um bewaffnetes Einschreiten gegen Eingeborene handelt.
Der Neu-Guinea-Kompagnie stand wie gesagt nur ein einziger Schooner von circa 50 Tonnen zur Verfügung' die kleinen Kutter kamen nur für den Tauschhandel mit den Eingeborenen in Frage.
II. InselgebLet.
l. Ost-LaroUrrerr (Ponape).
a) Allgemeines.
Der Friede ist in Ponape während des Berichtsjahres nicht gestört worden. Die Achtung der Ponape- Leute vor den Gesetzesvorschriften und den Verwaltungsorganen läßt nichts zu wünschen übrig, so daß allgemein ein Gefühl vollkommener Sicherheit herrscht. Unter diesen Umständen kann in einigen Monaten anläßlich der Entlassung von 35 Malaien die Hälfte der Polizeitruppe ohne Gefahr in Wegfall kommen. Eine Sicherheit für die künftige Erhaltung friedlicher Verhältnisse bietet die im Berichtsjahr durchgeführte Unterdrückung des Waffen- schmuggels. Im September 1901 hatten die letzten der wegen unerlaubten Waffenhandels aus den Ost-Karolinen ausgeschlossenen japanischen Händler das Jnselgebiet zu verlassen. Der Waffenschmuggel der Walfischfänger, zu deren Ueberwachung auch S. M. S. „Cormoran" eingetroffen war, ist gleichfalls verhindert worden, und zwar in einem Falle durch das anerkennenswert^ Verhalten der Ponape-Leute selbst.
Der Jalnit-Gesellschast wurde für den größeren Theil der zu den Ost-Karolinen gehörenden Inseln eine Konzession ertheilt, die weiter unten zu besprechen ist. Der stellvertretende Vize-Gouverneur und der Vertreter der Jalnit- Gesellschast haben daraufhin auf einem von der Gesellschaft neu erworbenen Schoner in zwei Reisen von zusammen dreimonatlicher Dauer die sämmtlichen in die Konzession einbezogenen Inseln und Inselgruppen besucht' dabei wurden die Plätze für die anzulegenden Stationen bestimmt und diese mit geeigneten Persönlichkeiten besetzt' die Eingeborenen wurden über die durch die Er- theilung der Konzession geschaffene Sachlage aufgeklärt und es wurden mit ihnen Pflanzungsverträge abgeschlossen. Mit den Eingeborenen konnte überall, auch auf den bisher übel beleumundeten westlichen Inseln, ein friedlicher Verkehr angebahnt werden. Aus allen wichtigeren Inselgruppen — von dem umfangreichen Truk zunächst abgesehen — wurden Eingeborenen-Verwaltungen eingesetzt' die Oberhärrptlinge und Häuptlinge wurden zum Gehorsam gegenüber der Regierung verpflichtet und aus eine intensivere Gestaltung der Kokoskultur als auf ihre wesentlichste Aufgabe hingewiesen. Freilich werden zur Erzielung einer nachhaltigen Einwirkung die Besuche der Atolle in nicht allzu großen Zwischenräumen wiederholt werden müssen,' zu diesem Zweck bedarf die Verwaltung dringend eines Fahrzeuges.
Im Wesentlichen erübrigt jetzt noch die Einsetzung von Oberhänptlingen und der Abschluß von Pflanzungsverträgen in Truk, welches für die Vermehrung der Kokos- bestände die vorzüglichsten Aussichten bietet. Hier liegt das Hauptarbeitsfeld für die Verwaltung und für die Jaluit-Gesellschaft. Der Zeitpunkt für die Ausdehnung der ständigen Verwaltung auf Truk ist ohne Zweifel gekommen. Wie schon früher in Ponape, so ist jetzt auch