Deutsch-Neu-Guiuea rc.
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Regenfalls, Zertrümmern großer Steinblöcke u. dergl. überwunden werden konnten. Der Kanal ist 838 m lang (davon kommen auf festes Land 213, auf Mangrovenwald 625 m), am Wasserspiegel 7 m breit und an der flachsten Stelle bei mittlerem Wasserstand 1 m tief. Ausgeschachtet sind ca. 11450 edm Erde, Steine und Mangrovewurzeln, die Arbeit nahm bei ca. 350 Köpfen acht Monate in Anspruch.
e) Eine Ziegelei mit Arbeiterwohnung und Trockenhalle, der Ziegelofen befindet sich noch im Bau, er ist ftir eine Aufnahme von 3000 Steinen berechnet, der Thon ist gut, den Sand liefert der Strand, als Heizungsmaterial wird Mangrovenholz verwandt.
k) Neben diesen größeren Arbeiten wurde ein Flaggenmast errichtet' an der Einfahrt in die Passage des Hafens wurden zwei große Spierentonnen verankert, die zahlreichen Baken des Fahrwassers sind theilweise erneuert, die Landnngsw ersten an der Wetterseite cementirt, in der Kolonie ist ein Schmiedeplatz und in dessen Nähe eine Kegelbahn aus Jnselmaterial errichtet worden. Das un- verschalte, mit Wellblech gedeckte Beamtenhaus, welches seiner niedrigen Zimmer wegen einen Aufenthalt während der Tageszeit fast unmöglich machte, ist umgebaut worden.
Das Bezirksamt verfügt weder über einen Weißen noch farbigen Handwerker,' zur Ausführung der kleineren Arbeiten werden die Polizeisoldaten und sonstige farbige Bedienstete verwandt, zu den großen Unternehmungen die Eingeborenen herangezogen.
Es kann das Entgegenkommen der Japer nicht genug hervorgehoben werden,' solche großen Leistungen wie die oben aufgeführten wären mit den Bewohnern von Ponape und den Marsch all-Inseln überhaupt kaum zu erreichen,' die Kosten würden dort jedenfalls hunderttausend Mark weit übersteigen, während die Jap-Jnsulaner sich allein durch gute Worte bewegen lassen und dankend die unbedeutenden Geschenke nehmen, die ihnen nach Beendigung der Arbeiten gegeben werden. Nach dem Grundsatz „saure Woche, frohe Feste" wurden dann auch vom Bezirksamt große Volksbelustigungen veranstaltet, wobei den fleißigen Arbeitern öffentlich gedankt wurde.
1) Die wirtschaftliche Entwickelung.
1. Produktions- und Adsahverhültnisse.
Die Insel Jap ist diejenige, welche in früheren Jahren bei weitem die größte Menge Kopra produzirt hat' im Jahre 1893/4 sollen über 1000 Tonnen exportirt worden sein. In der Folgezeit ist die Quantität immer mehr gesunken, und zwar infolge Zerstörung des Palmenbestandes durch eine angeblich von den Philippinen im Jahre 1892 eingeschleppte Schildlaus. Dazu gesellte sich nach einem der selten vorkommenden Taifune eine ungewöhnliche Trockenzeit, so daß sich 1900 das Bezirksamt genöthigt sah, zur Steuerung eines Nahrungsmangels unter der einheimischen Bevölkerung den Kopraverkauf au Fremde ganz zu untersagen. Auf Antrag der interessirten Kaufleute ist das Verbot so lange in Kraft geblieben, bis die Palmen sich nach sehr reichlichen Regenfällen prächtig erholt hatten,' für das nächste Jahr ist deshalb auf einen guten Ertrag von Kopra zu rechnen.
Gegen die Erkrankung der Palmen ist zunächst in der Weise vorgegangen worden, daß das ganze Kulturland mehrere Male abgeräuchert worden ist, um die Schildläuse auf diese Weise zu tödten- als später wissenschaftlich festgestellt wurde, daß die Larven der Cocci- nelliden die natürlichen Feinde der Schildläuse sind, wurden aus Neu-Guinea Coccinellen eingeführt' leider kamen nur wenige lebend an, und da jetzt eine direkte Verbindung mit Neu-Guinea nicht mehr besteht, ist die
Sonstige öffentliche Arbeiten.
Kopra-Gewinnung.