Deutsch-Neu-Guinea rc.
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über die Unterhaltung einer Postdanrpsschiffsverbindung, durch welchen das Jnselgebiet in Ponape, Truk und Kusaie, wie schon vorher an den australischen Weltverkehr in Sydney, so nun auch an den asiatischen in Hongkong durch jährlich drei in jeder Richtung erfolgende Fahrten unmittelbar angeschlossen worden ist.
Die Verbindung wurde auch in diesem Jahre mittelst der „Oceana" unterhalten, welche sowohl hinsichtlich des Personen- wie des Güterverkehrs wiederholt überfüllt war.
Den Hafen von Ponape haben 35 Schiffe mit einem Raumgehalt von insgesammt 9479 Register-Tonnen angelaufen.
Die Abnahme in der Schiffszahl und besonders im Tonnengehalt gegenüber dem Vorjahre rührt daher, daß bis gegen Ende des vorigen Berichtsjahres zwei Schiffe, der Lloyddanrpfer „München" mit einen: Raumgehalt von 4536 Register-Tonnen und ein Schmier der Jaluit-Gesell- schaft, den Postverkehr vermittelten, und daß sodann an deren Stelle die „Oceana" mit einem Raumgehalt von 416 Register-Tonnen getreten ist.
Der Postverkehr wird durch die Postagentur in Postverkehr. Ponape vermittelt,' er hat im August 1901 eine Er- g,
Weiterung durch die Einführung des Postanweisungs- dienstes erfahren.
2. West-Laroliuen (Äap).
a) Allgemeines.
Während im Jahre 1900 die Verwaltung mangels Ausdehnung der Vereines Fahrzeuges sich aus die Insel Jap beschränken waltung auf die Palau mußte, war es dem Bezirksamtmann in: Berichtsjahre möglich, auch die Palau, die größte und fruchtbarste Inselgruppe seines Bezirks zu besuchen und dort eine einfache, an die von altersher bestehenden Verhältnisse sich eng anlehnende administrative Organisation einzurichten.
Ein intelligenter, mit Land und Leuten seit 40 Jahren vertrauter Neger europäischer Erziehung, welcher früher im englischen Kolonialdienste stand, ist mit der unmittelbaren Aufsicht betraut, und es sind diesen: fünf Eingeborene, davon einer von den Palau-Jnseln selbst, als Polizeisoldaten beigegeben worden. Er hat, wie dies von Beginn an in Jap gehandhabt wurde, jeden Monat einmal die Oberhäuptlinge zu einer Sitzung zusammenzu- berusen und mit ihnen sich über alle Maßnahmen zu berathen. Als besondere Aufgabe ist ihm die Förderung des Anbaues von Kokospalmen gestellt Wordei:, der von den Palauern bisher sehr nachlässig betrieben worden ist.
Die Vorbedingungen für das Gedeihei: der Kokospalme sind vortrefflich.
Wie bereits in: letzten Jahresbericht des Gouvernements von Deutsch Neu-Guinea erwähnt wurde, ist auf den Inseln Sonserol (richtig Sonsol), Pul, Merir und Tobi sowie auf dem ausgedehnten Helen-Riff die deutsche Flagge gehißt worden. Die geographische Ortsbestimmung der Inseln wurde festgelegt und auch ihre Ethnographie wurde erkundet. Die Bewohner stehen auf einer weit tieferen Stufe wie die von Jap und den Palau, sie sind aber als Hausarbeiter verwendbar und lassen sich gern anwerben. Obschon sie in: Allgemeinen unter weit Kmmerlicheren Nahrungsverhältnissen leben als die Leute von Jap und den Palau, ist der Kinderreichthum ein wesentlich größerer. Die Erwerbung ist mithin als Arbeiter- rekrutirungsgebiet bedeutungsvoll.
Mit einem vom Norddeutschen Lloyd kostenlos zur Verfügung gestellten Dampfer konnten die Inseln Schuln (Matelotas) und Uluti (Ugoi) besucht werden, wo die Eingeborenen angewiesen wurden, die in den letzten Jahren vernachlässigte Beschäftigung mit der Trepangfischerei wieder