Deutsch-Neu-Guinea rc.
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soll in Truk selten vorkommen, auf den westlichen Inseln überhaupt nicht bekannt sein.
ä) Schulen und Missionen.
Sowohl die amerikanische als auch die spanische Missionsgesellschaft erwarten behufs Erweiterung ihrer Lehrthätigkeit deutsch sprechende Mitglieder.
Die Bostoner Mission (^morloun Loarä Nission) verfügte im Berichtsjahr über folgendes Weiße Personal:
1. im Ponape-Bezirk über einen Missionar, dessen Frau und zwei Lehrerinnen,
2. im Truk-Vezirk gleichfalls über einen Missionar, dessen Frau und zwei Lehrerinnen,
3. in Kusaie-Bezirk über einen Missionar, einen Arzt und deren Frauen, sowie über 3 Lehrerinnen.
Ein früheres Mitglied der amerikanischen Mission übt mit seiner Frau auf der Insel Tatu in der Truk- Gruppe eine selbständige Missionsthätigkeit aus. Der Missionar unterhält auf Tatu eine Schule und Hut auf verschiedenen anderen Inseln der Gruppe Lehrer eingesetzt. Auf seinen Antrag sind ihm deutsche Lehrbücher überwiesen worden. Sein Anhang in Truk ist bedeutend.
Die spanische Mission war im Berichtsjahre durch drei Patres und vier Brüder vertreten. Eine der fünf Stationen der Mission ist aufgehoben worden,' es verbleiben die Stationen Santiago de la Ascension, Anak und Roi, sämmtlich auf Ponape gelegen. Die Zahl ihrer Angehörigen giebt die Mission auf etwa 1100 an. Sie unterhält vier Knaben- und vier Mädchenschulen mit acht farbigen Lehrkräften und etwa 200 Schülern und Schülerinnen.
e) Oessentliche Arbeiten und Bauwesen.
Die in Ponape vorhandenen Wege wurden im Stande Wegebau,
gehalten. Im Laufe des Berichtsjahres wurden zwei neue Wege angelegt, von denen einer quer durch das fiskalische Grundstück zur Jakoz-Bucht, der andere an der Grenze des fiskalischen Grundstücks entlang führt.
Ein Ausbau der Fußpfade, welche die Insel Ponape in größerer Anzahl ausweist, kommt vorläufig nicht in Betracht, da die Insel nur an dem Strandgürtel bewohnt ist und da der Verkehr auch dort, wo Fußwege vorhanden sind, sich billiger, schneller und bequemer zu Wasser bewerkstelligen läßt.
Gebaut wurde ein Gefängniß mit drei Zellen,' ferner Bauten des Bezirksamts, wurde ein Schutzhaus für die Barkasse errichtet und die Schmiedewerkstatt vergrößert. Die Werft wurde verlängert und verbreitert und an den Anlegeplätzen der Boote mit einem Schuppen versehen.
Die Bebakung der Hafeneinfahrt wurde einer Abänderung unterzogen,' die Seezeichen wurden wiederholt erneuert.
k) Die wirtschaftliche Entwickelung.
1. Die Konzession der Jaluit-Gesellschaft. ^
Für die künftige Entwickelung des Gebiets der —
Karolinen ist von großer Bedeutung die am 2. Juni 1901 der Jaluit-Gesellschaft ertheilte Konzession zur wirtschaftlichen Erschließung der Korallen-Atolle. Die besonderen Verhältnisse des Jnselgebietes erfordern verhältnißmäßig hohe Aufwendungen für die wirtschaftliche Nutzbarmachung. Der Handel mit den über eine großeFläche zerstreut liegenden Inseln erfordert die Unterhaltung von Fahrzeugen,' die Pflanzungsthätigkeit der Eingeborenen bedarf