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mit einem Segelschiff bedient werden. Dem Handel zwischen den Inseln dient ein in Jap stationierter Schuner, welcher auch den Verkehr mit den in Niederländisch-Jndien gelegenen, im Eigentum einer Japfirma stehenden Mapia- inseln vermittelt.
Die Schiffsbewegung im Hafen von Jap war eine verhältnismäßig sehr rege. Im Jahre 1905 vermittelten 13 Schiffe mit zusammen 15 554 Tonnen gegen 20 Schiffe mit 4717 Tonnen des Vorjahres den Verkehr. Von den 13 Schiffen waren 8 Dainpser (4 deutsche, 2 norwegische, 1 englischer, 1 schwedischer) und 5 Segelschiffe (1 norwegisches, 1 amerikanisches und 3 japanische). Daneben wurde der Hafen Jap von dem amerikanischen Kriegsschiff „Supply" und dem amerikanischen Regierungsdampfer „Alexander" je einmal, von dem deutschen Regierungsdampfer „Seestern" zweimal, von dem deutschen Regierungsschuner „Ponape" einmal, von S. M. S. „Condor" und „Seeadler" je einmal, von S. M. S. „Möwe" zweimal, die Palauinseln wurden von S. M. S. „Condor", dem Regierungsdampfer „Seestern" und von einem amerikanischen und zwei japanischen Segelschiffen angelaufen.
3. Mari anen.
a) Allgemeines.
Noch vor Beginn des Berichtsjahres — die Zeit ließ sich aus den Angaben der Eingeborenen nicht genau ermitteln — wurde die zu den nördlichen Marianen gehörige Insel Alamägan von einem Orkan heimgesucht. Am 5. Juli 1905 traf Pägan das gleiche Schicksal. Am 27. August und am 8. November wurde Saipan von schweren Taifunen verwüstet, von denen der am 8. November die vorhergehenden an Gewalt und Wirkung übertraf. Das Barometer erreichte einen auf 4 Instrumenten festgestellten Tief- stand von 700 miu. Auffallend war bei seiner Heftigkeit die lange Dauer des Sturmes. Er begann am Abend des 7. und endete in der Nacht auf den 9. November. Auf Saipan wurden fast alle Amtsgebäude zerstört, die der Orkan vom 27. August noch verschont hatte. Die Pfahlhäuser der Eingeborenen waren im ersten Taifun zum großen Teil niedergebrochen, dann wieder aufgebaut und die Dächer mit Draht an den Pfosten befestigt worden. So überstanden sie bis auf wenige den heftigeren zweiten Taifun. Am besten bewährten sich die japanischen Holzhäuser mit schweren Ziegeldächern.
Seit 1884 ging kein solcher Sturm über die Marianen hinweg, von dem abgesehen, der im November 1900 das amerikanische Guam heimsuchte. Das Meer trat aus und zerstörte im Verein mit den von den Bergen niederstürzenden Regenmassen die Brücken und Wege. Das Dorf Tanäpag wurde gänzlich zerstört, ohne daß Verluste an Menschenleben zu beklagen waren.
Die Feldfrüchte und Brotfruchtbäume wurden vernichtet, die Kokospalmen zum Teil ganz zerstört, zum anderen Teil ihrer Blätter, Blüten und Früchte beraubt, sodaß sie für wenigstens zwei Jahre keine nennenswerte Ernte geben werden. Dem für die nächsten Monate befürchteten Notstand wurde durch die sofort von der Regierung in Angriff genommenen Aufräumungsarbeiten und Neubauten vorgebeugt, durch die den Bewohnern Gelegenheit gegeben wurde, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Auch wurden die Eingeborenen zum sofortigen Anbau von Mais und Süßkartoffeln angehalten, von denen sie reiche Ernten erzielt haben, sodaß wieder ein Überfluß an Nahrungsmitteln vorhanden ist.