Dcutsch-Ostafrika.
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schwärmenden Bienen anzulegen, so daß zu hoffen ist, daß die Ausbeutung allmählich eine rationellere werden wird. Die Elsenbeinaussuhr weist zwar im Werte ein geringes Mehr auf, doch ist das Gewicht der exportierten Menge von 24 aus 23 Tonnen zurückgegangen. Eine merkliche Verminderung der Elefantenbestände war nicht festzustellen, die klugen Tiere beginnen sich dem Anschein nach in einigen Jagdreservaten zu konzentrieren. Für den Gesamtverkehr ist der mit Wahrscheinlichkeit zu erwartende weitere Rückgang des Elfenbeinhandels nicht mehr von ausschlaggebender Bedeutung.
Arbeiterverhältnisse. Die europäischen Unternehmungen hatten im Berichts
jahre unter Arbeiter- und Trägermangel zu leiden. Die kräftigen Wassukuma und Wanjamwesi fanden im eigenen Lande durch Anbau von Exportfrüchten und Verkauf von Erzeugnissen der Viehzucht, sowie durch Trägerdienste im llberlandverkehr zwischen Victvria-Njansa und dem Kongostaat so lohnenden Verdienst, daß sie spärlicher als früher zur Küste kamen und durch minderbrauchbare und ausdauernde Elemente ersetzt werden mußten. Auf der Neubaustrecke der Morogorobahn waren durchschnittlich 4000 Arbeiter, bei anderen Unternehmungen im Bezirk Dares- salam ca. 1500 Arbeiter und Handwerker beschäftigt. Obschon für Erdarbeiten im allgemeinen leichter Arbeitskräfte zu beschaffen sind als für den Plantagenbetrieb, und obgleich das Verhältnis zwischen den Arbeitgebern und den Arbeitnehmern infolge prompter Bezahlung und reichlicher Verpflegung ein gutes genannt werden konnte, war doch der Bedarf nicht gedeckt. Am schwersten hatten indessen unter diesen Verhältnissen die europäischen Plantagen der Nordbezirke zu leiden, deren eingeborene Bevölkerung einerseits vielfach zu dünn verteilt, andererseits meist zu bedürfnislos und arbeitsscheu ist, um längere Zeit beim Europäer zu arbeiten. Im Einverständnis mit der Verwaltung sandten mehrere Plantagen Arbeiter-Anwerber in das Innere, deren Tätigkeit zum Teil von Erfolg gekrönt war.
Kautschuk.
Kopra.
Getreide.
u. Land- und Forstwirtschaft.
1. Die Produktion der Eingeborenen.
Die Hauptmasse dieses Produktes wird von den Eingeborenen gewonnen. Nur geringe Mengen werden bereits auf einigen europäischen Unternehmungen in eigenen Pflanzungen erzeugt. Obschon der Süden nur wenig exportierte, weist die Ausfuhrziffer mit 2^ Millionen Mark wieder eine geringe Zunahme gegenüber dem Vorjahre auf. Der Grund liegt, wie die auffallend gestiegene Ausfuhr über den Victoriasee zeigt, augenscheinlich in der Erschließung von Gebieten, die bisher, weil vom Verkehr abgelegen, nicht ausgebeutet wurden. In mehreren Bezirken ist an die Eingeborenen Saat von Aunibot 6lu?.iovü verteilt worden.
Auch die Kultur der Kokospalme wird, ehe die vielfach von Europäern angelegten Pflanzungen ertragsfähig geworden sind, noch bis auf weiteres zu den Eingeborenenkulturen gerechnet werden müssen. Die Palmenbestände haben sich allenthalben, besonders in den Bezirken Kilwa und Lindi, vermehrt. Die Ausfuhrziffer ist langsam aber stetig gewachsen, wie die nachstehende Übersicht ergibt.
Wert in Mark
1900 .
. 189 655
1901 .
. 557 379
1902 .
. 766 400
1903 .
. 804616
1904 .
. 856409
1905 .
.916 196
Mais, Reis, Mtama und Uwele wurden in wechselnder Verbreitung im ganzen Schutzgebiet angebaut. Die