Deutsch-Ostafrika.
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kosten stellten sich auf 384 898 FL, so daß bei Anrechnung der unentgeltlichen Leistungen 15 093 -F. ungedeckt blieben.
VI. Die wirtschaftliche Entwickelung.
Produktion-;- und AbslchoerlMtinffo.
Der Anteil, den die im Raubbau gewonnene Ausbeute verschiedener Landesprodukte an der Gesamtproduktion des Landes nimmt, wird von Jahr zu Jahr kleiner. Mehr und mehr rücken die Erzeugnisse rationell betriebener und ausdehnungssähiger Kulturen, und zwar sowohl einheimischer wie eingeführter, in den Vordergrund.
Der Bantuneger baut im allgemeinen nicht mehr an, als er zur Befriedigung seiner gewöhnlichen Lebenshaltung braucht. Am trägsten und indolentesten sind in dieser Beziehung die Eingeborenen der schwach bevölkerten Küstenbezirke. Mehr Erwerbssinn zeigen die Bewohner gewisser dicht besiedelter Gegenden des Binnenlandes, insbesondere die arbeitsamen Wassukuma und Wanjamwest und einige andere in der Nähe des Victoria-Njansa lebende Stämme. Der durch die Ugandabahn und die englischen Binnenseedampfer hergestellte Anschluß des Seengebietes an den Weltverkehr hat zwar anfangs hier und da einen allzu schnellen Umsatz der dort vorhandenen Werte, besonders des Viehs, zur Folge gehabt, seit dem indessen ein von bedenklichen Elementen eingeführter, die allgemeine Sicherheit gefährdender Geschäftsbetrieb durch behördliches Eingreifen beseitigt ist, zeigt sich, daß die * erleichterte Verkehrsmöglichkeit in erfreulicher Weise eine gesunde Vermehrung der Produktion sowohl aus dem Gebiete des Ackerbaus wie auf dem der Viehzucht veranlaßt hat.
Das Vorjahr war dem Ackerbau klimatisch zum großen Teil günstig, insbesondere wies der Süden reiche Mais- und Reisernten auf. Die Ernteergebnisse sollten indessen der Allgemeinheit nicht zugute kommen. Während der Unruhen wurden sie teils von den Ausständigen verwüstet oder in ihren Verstecken aufgespeichert und später, ohne Saatgut zurückzubehalten, verzehrt, teils zur Verpflegung der Truppen verwendet, teils verkamen sie ungenutzt. Nicht anders erging es dem Viehbestand. Die wirtschaftliche Schädigung, die die von dem Aufstand erfaßten Gebiete erlitten haben, wird sich noch lange fühlbar machen.
Bemerkenswert ist, daß für manche Erzeugnisse die Absatzmöglichkeit im Schutzgebiete selbst zunimmt. So wurde die gute Sesamernte des Bezirks Pangani, die infolge der Pest in Zanzibar nicht ausgeführt werden konnte, an Ort und Stelle zu Schmier- und anderem Ol verarbeitet, das im Jnlande verbraucht wurde. Der auf europäischen Plantagen gewonnene Hanf fand guten Absatz, Kaffee wies einen weiteren Preisrückgang auf.
Im August 1905 fand in Zanzibar eine landwirtschaftliche Ausstellung statt, auf der viele deutsch- ostafrikanische Erzeugnisse mit Preisen ausgezeichnet wurden.
Eine Sonderstellung in der Produktion des Schutzgebiets nehmen nach wie vor die Gewinnung von Wachs und Elfenbein ein. Hatte der Wert des ausgeführten Wachses schon 1904 mit 575 645 den des Elfenbeins mit 424 847 überholt, so ist dies Mal der Unterschied noch erheblicher geworden. Es wurde im Berichtsjahre, obschon der Süden so gut wie ganz ausfiel, für 1 289 649 Wachs ausgeführt. Wenn bisher bei der Gewinnung eines großen Teils des Wachses gleichzeitig die Bienen vernichtet wurden, so haben neueren Berichten zufolge die Eingeborenen mehrerer Bezirke bereits die ihnen gewordenen Belehrungen beherzigt und beginnen, in der Nähe ihrer Dörfer primitive Stöcke für die
Allgemeines.
Wachs- und Elfenbein gewinnung.