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Deutsch-Ostafrika.
I. Allgemeines.
Die gemischte deutsch-englische Grenzkommisfion hat Territorium und Land im Dezember 1905 ihre Arbeiten im Gelände beendet. frieden.
Zum Schlüsse gelang es, die Messungen der Kommission östlich und westlich des Victoria-Sees an die Festpunkte der Landestriangulation in Usambara und das Gebäude des Britischen General - Consulats in Zanzibar anzuschließen.
Die seit Jahren im wesentlichen friedliche Entwickelung des Schutzgebietes wurde im Berichtsjahre durch die gewaltsame Erhebung einer Anzahl eingeborener Stämme jäh unterbrochen. Die ausständige Bewegung breitete sich allmählich auf fast ein Drittel des Schutzgebietes aus, im einzelnen auf die Bezirke Kilwa, Rufiji, Lindi, Ma- henge, Morogoro, Daressalam, Ssougea, Jringa und Langenburg.
Der Aufstand brach in den letzten Tagen des Juli 1905 im Küstengebiet des Bezirks Kilwa aus. Ein schon aus der Erfahrung früherer Jahre als schwierig und unsicher geltender Volksstamm, die Matumbi, begann die Erhebung, der die indische Küstenansiedlung zu Ssamanga und ein europäischer Ansiedler in Mtumbek zum Opfer fielen. Noch am selben Tage, an dem die Nachricht vorn Ausbruch der Unruhen in Daressalam eintraf, wurden von der Hauptstadt und von Lindi aus Truppenteile nach Matumbi entsandt. Trotzdem griff der Aufstand im Hinterlands von Kilwa um sich, aufrührerische Wandonde ermordeten am 14. August den Bischof Cassian Spieß mit seinen vier Begleitern und überfielen und zerstörten am 15. August die offene Bezirksnebenstelle Liwale. Unterdessen waren weitere Askari-Verstärkungen nach Matumbi entsandt und seitens des Kreuzers Bussard kleinere Ma- trosen-Abteilungen an den Küstenplätzeu gelandet worden.
Es gelang zunächst, den Aufstand aus das Gebiet südlich der Nufiji-Niederung zu beschränken. Nur in dem südlichen Teile des Bezirks Daressalam versuchte die Bevölkerung unter der Führung einzelner unzufriedener Jumben eine Erhebung, die indessen durch das schnelle Eingreifen der Polizeitruppe und einer Abteilung der Schutztruppe unschwer unterdrückt wurde.
Im Süden des Schutzgebiets war der Fall von Liwale das Signal zur Rebellion für die dem Aufstandsherd benachbarten Stämme. Die Bewegung dehnte sich nach Westen auf die Bezirke Mahenge und Morogoro, nach Süden auf Lindi und Ssongea aus. Im letzteren Bezirk waren es insbesondere die kriegerischen Wangoni, die in der Folgezeit der Schutztruppe einen mehrmonatigen, hartnäckigen Widerstand entgegensetzten. Die Stationen Mahenge und Ssongea wurden mehrere Wochen hindurch hart bedrängt, aber im Laufe des Monats Sep-
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