II. Volkswirtschaft und Wirtschaftspolitik.
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II. Volkswirtschaft und Wirtschaftspolitik, l. Produktion.
Nach wie vor sind die Erzeugnisse von Ackerbau und Viehzucht für die Wirtschaft des Schutzgebietes maßgebend. Industrie kommt fast gar nicht, der Bergbau vorläufig nur in geringem Grade in Betracht. Die infolge normaler Witterung ergiebigen Ernten und die güustigeu Verkehrs- und Absatzverhältnisse bewirkten fast auf allen Gebieten eine kräftige Zunahme der Produktion. Nur ein kleiner Teil der gewonnenen Produkte wird ausgeführt, der weitaus größere wird im Lande konsumiert. Der Wert der Ausfuhr hat über 20 Millionen Mark be-
Bei dem Anbau der bis jetzt für die Ausfuhr wichtigsten Ackerbau- Produkte Sisal, Kautschuk, Kokos und Baumwolle hat es sich gezeigt, daß Sisal für den Kleinbetrieb, also auch als Eingeborenenkultur, unrentabel erscheint und ausschließlich den großen, kapitalkräftigen, europäischen Plantagenbetrieben vorbehalten'bleiben wird. Bei der K a u t s ch u k k u l t u r ist es fraglich, wenn auch nicht ausgeschlossen, ob der Eingeborene als Konkurrent der europäischen Betriebe ernstlich in Betracht kommt, wenn schon Eingeborene an verschiedenen Orten Kautschuk angepflauzt haben und bereits zapfen. Anders liegen die Verhältnisse bei der Kultur der Kokospalme uud der Baumwolle. Der Eingeboreue hat erkannt, daß kaum eine Kultur so sichere Rente für ihn abwirst wie die Kokospalme; zudem erfordert die Pflege der Palmen, die Ernte der Nüsse und deren Aufbereitung kein zahlreiches, aber ein gut geschultes Personal. Daher sind nach wie vor die meisten Palmenpflanznngen in den Händen von Farbigen geblieben, nur in einigen Gegenden haben Europäer sich dieser Kultur zugewandt. Auch bei der Baumwolle gewinnt es den Anschein, als ob sie neben einem Plantagenprodukt auch Eingeborenenkultur werden würde; jedenfalls bauen die Eingeborenen bereits Baumwolle iu immer steigendem Umfang auch ohue behördliche Anleitung und Gewährung von Vorschüssen.
Das größte Areal uuter allen Anbauflächen des Schutzgebietes bedeckt die als „Mtama" bezeichnete S o r g h u m h i r f e. Ihr dürften nach der Ausdehnung, die natürlich uicht einmal schätzungsweise angegeben werden kann, Bananen, Mais, Mawele (Pennifetum-Hirse) und Maniok folgen, denen sich dann etwa die Hülsenfrüchte, die Süßkartoffeln und der Reis anschließen mögen. Diese Produkte werden fast ausschließlich im Inland konsumiert. Um welche gewaltigen Mengen es sich handelt, zeigt die folgende Überficht des Produktenverkehrs der beiden — keineswegs zu deu größten gehörenden — Märkte Moro- goro und Kilossa.
Es wurden 1910 ausgeliefert
tragen.
Knollengewächse . Getreide und Mehl Hülsenfrüchte . . Tabak ....
Lasteil 24 908 65 422 11 381 3 540
625 200 1630 550 284 525 88 500
105 251 ^ 2628 775