GstafriKa.
I. Verwaltung.
Die internationalen Verhandlungen wegen der Regelung der Grenzen im Grenzregulie Zwischenseengebiet (Ruanda) haben im Mai 1910 ihren Abschluß gefunden. Wenn ^ng und es auch nicht gelungen ist, die Insel Kwidjwi in die Grenzen des Schutzgebiets Landfrieden, einzubeziehen, ist doch fast ganz Ruanda endgültig zu Deutsch-Ostafrika gekommen. Dadurch sind die Verhältnisse in diesem mächtigen Sultanat auf eine gesicherte Grundlage gestellt, auf der zu einer ruhigen, bei den bisherigen Grenzverhältnissen sehr schwierigen, Entwicklung des Landes geschritten werden kann.
Die Haltung der Eingeborenen war friedlich; nur in wenigen Fällen war ein Eingreifen der bewaffneten Macht erforderlich. In Ruanda mußten einige unbotmäßige Stämme bestraft werden, was durch die Polizei mit Unterstützung des Militärposteus Mruhengeri durchgeführt wurde. Im Juni 1910 war es der kleine Stamm der Wakambaggi, der als einziger in unmittelbarer Umgebung von Kigali, dem Sitze des Residenten, sich dessen Anordnungen widersetzte. Das andere Mal mußten die Bewohner des Kibruggaberges vom Posten Mruhengeri mit Unterstützung der Polizeitruppe bestraft werden. Der Hauptschuldige au der Ermordung des Paters Loupias, der Mhutu-Häuptling Lukarra, konnte bisher noch nicht ergriffen werden.
Als eine Wohltat wurde von den Eingeborenen in Ubena im Bezirk Jringa die am 10. Oktober 1910 erfolgte Absetzung des Sultans Merere empfunden. Merere, der Sohn des früheren einflußreichen Häuptlings gleichen Namens, war im Gegensatz zu seinem Vater ein eitler, der Trunksucht ergebener Mann von geringer Intelligenz, der seine Untertanen rücksichtslos ausplünderte und für die Sicherheit des in Ubena errichteten Offizierpostens dauernd eine nicht zu unterschätzende Gefahr bildete. Er wurde auf der Insel Mafia angesiedelt, ohne daß es der Anwendung von Waffengewalt bedurft hätte.
Die im Bezirk Mofchi von Waaruscha, Waru und in geringem Maße auch von den Masai ausgeführten Viehdieb stähle nahmen derartig überHand, daß zeitweilig neben der Polizeiabteilung Moschi ein Zug der 1. Kompagnie in Aruscha zum Farmschutz herangezogen werden mußte. Dieser Maßnahme und der im August von der 1. Kompagnie und der Polizeiabteilung Moschi zur Abwehr der Rinderpest durchgeführten Grenzsperre gelang es, den Diebstählen zu steuern. Dieses Vorgehen wurde von feiten des britischen Gouvernements der Nachbar-
Die deutschen Schutzgebiete. 1