Jahrgang 
1905: 1903/04
Entstehung
Seite
93
Einzelbild herunterladen
 

Frauenkrankheiten und Geburtshilfe.

93

Frauenkrankheiten und Geburtshilfe.

Aur selten sucht der Eingeborene in gynäkologischen und ge­burtshilflichen Fällen den Rat des weifsen Arztes. Dement­sprechend waren auch die Beobachtungen nur spärlich.

Behandelt wurden aufser Gonorrhoen eine Mastitis, eine Re- trofiexio uteri und eine Bartholinitis nach Gonorrhoe: ferner

wurde ärztliche Hilfe nachgesucht bei einem Abortus incompletus, einem unvollständigen Uterusprolaps nach ll-stündiger Plazenta- Retention und bei einer Atresia vaginae. Im letzteren Falle be­fand die Frau sich am Ende den- Früffnungsperiode einer ganz nor­mal verlaufenden Erstgeburt. Doch waren die Angehörigen in grofse Sorge versetzt worden, weil die Scheide bis auf eine kleine Öffnung von Bleistiftkaliber häutig verschlossen war; ein Scherenschlag genügte, um die Verhältnisse regelrecht zu ge­stalten.

Zum Schilds sei noch ein interessanter Bericht des Stabs­arztes Dr. Feld mann über die wichtigsten, unter den Einge­borenen des Bezirks Bukoba vorkommenden Krankheiten und ihre Bezeichnung in der Landessprache angefügt, der folgender- mafsen lautet :

l. Kisiba.

Pest Lubunga, seit 15 Jahren jedes Jahr, mit Aus­nahme 1903, aufgetreten, Pestkranke werden völlig isoliert.

Lepra Bibembe, nur anästhetische Form bekannt, Lepröse werden unvollständig isoliert.

Syphilis Bishonai, sehr verbreitet.

Pocken Burundu, Kranke völlig isoliert, Impfung unbe­kannt.

Windpocken - Biniamshuni (nicht isoliert).

Masern Lusheru (nicht isoliert).

Epidemische Parotitis Mamlmruiga.

Malaria Xduola, sehr verbreitet.

Elephantiasis Xjoju.

Filaria medinensis.

Bilharzia, sehr häufig.

Filaria perstans, sehr häufig.

Trvpanosomiasis (zunächst sind nur einige Fälle festge­stellt worden).