Frauenkrankheiten und Geburtshilfe.
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Frauenkrankheiten und Geburtshilfe.
Aur selten sucht der Eingeborene in gynäkologischen und geburtshilflichen Fällen den Rat des weifsen Arztes. Dementsprechend waren auch die Beobachtungen nur spärlich.
Behandelt wurden aufser Gonorrhoen eine Mastitis, eine Re- trofiexio uteri und eine Bartholinitis nach Gonorrhoe: ferner
wurde ärztliche Hilfe nachgesucht bei einem Abortus incompletus, einem unvollständigen Uterusprolaps nach ll-stündiger Plazenta- Retention und bei einer Atresia vaginae. Im letzteren Falle befand die Frau sich am Ende den- Früffnungsperiode einer ganz normal verlaufenden Erstgeburt. Doch waren die Angehörigen in grofse Sorge versetzt worden, weil die Scheide bis auf eine kleine Öffnung von Bleistiftkaliber häutig verschlossen war; ein Scherenschlag genügte, um die Verhältnisse regelrecht zu gestalten.
Zum Schilds sei noch ein interessanter Bericht des Stabsarztes Dr. Feld mann über die wichtigsten, unter den Eingeborenen des Bezirks Bukoba vorkommenden Krankheiten und ihre Bezeichnung in der Landessprache angefügt, der folgender- mafsen lautet :
l. Kisiba.
Pest — Lubunga, seit 15 Jahren jedes Jahr, mit Ausnahme 1903, aufgetreten, Pestkranke werden völlig isoliert.
Lepra — Bibembe, nur anästhetische Form bekannt, Lepröse werden unvollständig isoliert.
Syphilis — Bishonai, sehr verbreitet.
Pocken — Burundu, Kranke völlig isoliert, Impfung unbekannt.
Windpocken - Biniamshuni (nicht isoliert).
Masern — Lusheru (nicht isoliert).
Epidemische Parotitis — Mamlmruiga.
Malaria — Xduola, sehr verbreitet.
Elephantiasis — Xjoju.
Filaria medinensis.
Bilharzia, sehr häufig.
Filaria perstans, sehr häufig.
Trvpanosomiasis (zunächst sind nur einige Fälle festgestellt worden).