Jahrgang 
1907: 1905/06
Entstehung
Seite
190
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II. Kamerun. Veterinärärztliches.

Veterinärärztliches.

(Berichterstatter Medizinalreferent Professor Dr. Ziemann.)

Einzelne Tierkrankheiten.

Trypanosomenkrankheit.

In einer ausführlichen Arbeit*) habe ich das Vorhandensein zweier verschiedenen Arten von Trypanosomen der Haustiere in Kamerun festgestellt:

1. von Trypanosoma vivax, welches im Küstengebiet die Schafe, Ziegen und Rinder infiziert. Natürliche Infektion bei Pferden, Eseln und Maultieren wurde noch nie beobachtet.

2. von Trypanosoma Brucei, mehr im Hinterlande verbreitet. Dieses infiziert vielfach die Rinder, vor allem aber auch die Pferde. Außerdem erscheint es wichtig, daß es in Kamerun, ähnlich wie eine Malariakurve, auch eine Trypanosomen-Erkrankimgskurve gibt. Der Gipfel dieser letzteren Kurve fällt fast mit der Malaria­kurve zusammen, d. h. er ist etwa 2 Monate nach der Höhe der Regenzeit, ca. im September. In der Zwischenzeit wird die Krank­heit unterhalten durch die chronisch kranken Tiere, bei denen die Blutuntersuchung oft wochenlang negativ sein kann. Dies ist der Grund, daß man in der Trockenzeit oft wochenlang nach einem deutlich infizierten Tiere fahnden kann. In der Arbeit im Zen­tralblatt wurde aus bestimmten epidemiologischen Gründen, die im Sanatorium Suellaba zutage traten, geschlossen, daß die Infektions­keime auch auf die junge Brut der Stechmücken übergehen konn­ten. Schon in dem Expeditionsbericht**) wurde ferner ausgeführt, daß, um die Häufigkeit der Trypanosomenkrankheit der Tiere fest­zustellen, es bei weitem am bequemsten ist, die am leichtesten zu erhaltenden und zu untersuchenden Schafe und Ziegen zu unter­suchen.

Die Differenzierung in männliche, weibliche (und indifferente) Formen, die Referent bei Trypanosoma Brucei feststellte, ist bei Trypanosoma vivax bedeutend schwieriger.

Die Arsenikbehandlung mit Solutio Fowleri schien auf die infizierten Tiere eine gewisse, aber keine bleibende Wirkung aus-

*) Ziemann, Beitrag zur Trypanosomenfrage. Centralblatt für Bakterio­logie, 1905.

**) Vgl. Danckelmanns Hefte, 1905.