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II. Kamerun. Veterinärärztliches.
Veterinärärztliches.
(Berichterstatter Medizinalreferent Professor Dr. Ziemann.)
Einzelne Tierkrankheiten.
Trypanosomenkrankheit.
In einer ausführlichen Arbeit*) habe ich das Vorhandensein zweier verschiedenen Arten von Trypanosomen der Haustiere in Kamerun festgestellt:
1. von Trypanosoma vivax, welches im Küstengebiet die Schafe, Ziegen und Rinder infiziert. Natürliche Infektion bei Pferden, Eseln und Maultieren wurde noch nie beobachtet.
2. von Trypanosoma Brucei, mehr im Hinterlande verbreitet. Dieses infiziert vielfach die Rinder, vor allem aber auch die Pferde. Außerdem erscheint es wichtig, daß es in Kamerun, ähnlich wie eine Malariakurve, auch eine Trypanosomen-Erkrankimgskurve gibt. Der Gipfel dieser letzteren Kurve fällt fast mit der Malariakurve zusammen, d. h. er ist etwa 2 Monate nach der Höhe der Regenzeit, ca. im September. In der Zwischenzeit wird die Krankheit unterhalten durch die chronisch kranken Tiere, bei denen die Blutuntersuchung oft wochenlang negativ sein kann. Dies ist der Grund, daß man in der Trockenzeit oft wochenlang nach einem deutlich infizierten Tiere fahnden kann. In der Arbeit im Zentralblatt wurde aus bestimmten epidemiologischen Gründen, die im Sanatorium Suellaba zutage traten, geschlossen, daß die Infektionskeime auch auf die junge Brut der Stechmücken übergehen konnten. Schon in dem Expeditionsbericht**) wurde ferner ausgeführt, daß, um die Häufigkeit der Trypanosomenkrankheit der Tiere festzustellen, es bei weitem am bequemsten ist, die am leichtesten zu erhaltenden und zu untersuchenden Schafe und Ziegen zu untersuchen.
Die Differenzierung in männliche, weibliche (und indifferente) Formen, die Referent bei Trypanosoma Brucei feststellte, ist bei Trypanosoma vivax bedeutend schwieriger.
Die Arsenikbehandlung mit Solutio Fowleri schien auf die infizierten Tiere eine gewisse, aber keine bleibende Wirkung aus-
*) Ziemann, Beitrag zur Trypanosomenfrage. Centralblatt für Bakteriologie, 1905.
**) Vgl. Danckelmanns Hefte, 1905.