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I. Deutsch-Ostafrika.
B. Veterinärärztlicher Teil.
Berichterstatter: Tierarzt Dr. Lichtenheld.
I. Personalien.
Zur Wahrnehmung des veterinärärztlichen Dienstes standen der Gouvernementstierarzt Ochmann und ich zur Verfügung. Ersterer war dauernd in Daressalam beschäftigt. Seine Aufgabe bestand in der Überwachung der Vieheinfuhr, der Fleischbeschau und der Küstenfieberbekämpfung am Orte Daressalam. Ich arbeitete zunächst % Jahr unter Geheimrat Koch und bereiste dann die Ansiedlungsgebiete am Kilimandscharo und Meru.
II. Seuchen.
I. K ii s t e n f i e b e r. Im Januar 1905 kam Geheimrat Koch nach Deutsch-Ostafrika, um die Grundlage für eine zweckmäßige Bekämpfung des Küstenfiebers zu schaffen. Es handelte sich zunächst darum, festzustellen, ob eine Ausrottung der Seuche oder eine Immunisierung der nicht verseuchten Bestände angebracht sei. Die Entscheidung dieser Frage hing hauptsächlich von der Verbreitung der Seuche in der Kolonie ab. Um hierüber möglichst schnell einen Überblick zu erhalten, wurden aus einer größeren Anzahl von Viehherden der verschiedentlichsten Landschaften je einige Rinder nach Daressalam gebracht, dort auf eine verseuchte Weide gebracht und beobachtet. Erkrankte ein Tier an Küstenfieber, so war hiermit der Beweis erbracht, daß sein Herkunftsort seuchenfrei und im anderen Falle, daß er verseucht sei. Hierbei stellte sich heraus, daß das Küstenfieber bei weitem nicht so verbreitet, als man früher auf Grund der unsicheren Diagnosen, die auf Blutuntersuchungen basierten, angenommen hatte. Außerdem trat beim Studium über den Verlauf des Küstenfiebers in Herden, in denen es endemisch war, das Unerwartete zutage, daß ein sehr großer Teil des Kachwuchses der Seuche erlag (in Daressalam 80%). Daraufhin sah Geheimrat Koch von einer Immunisierung, die mittlerweile bei einer Anzahl von jüngeren Tieren versuchsweise eingeleitet worden war, ab und empfahl dem Gouvernement die Ausrottung der Seuche. Ich erhielt den Auftrag, die Verbreitung des Küstenfiebers genau festzustellen und Maßnahmen zu dessen Bekämpfung in Vorschlag zu bringen. Diese Arbeit "wird bis Ende April nächsten Jahres beendet sein. Ich werde dann einen aus-