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1902: 1900/1901
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Deutsch-Nk«-G«inea rc.

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Der Schiffsverkehr mit der Außenwelt hat sich, seit­dem die Fahrten der Reichspostdampfer des Norddeutschen Lloyd auf den beiden Zweiglinien SingaporeNeu­guinea-Sydney und zurück, sowie ChinaDap-Neu­guineaSydney und zurück eingerichtet sind, ganz wesent­lich verbessert. Die Tonnenzahl der im Berichtsjahr auf der Rhede Herberlshöhe ein- und ausgelaufenen Schiffe war mit 122 000 mehr als doppelt so hoch als im vorigen Berichtsjahr.

Schiffsunfälle kamen folgende vor:

Bei dem großen Nordweststurm Anfangs Dezember 1900, der auch die Landungsbrücken in Herbertshöhe stark beschädigte und zum Theil ganz zerstörte, strandete bei Buna Pope der kleine DampferAntonius", für die katholische Mission vom Göttlichen Wort in Kaiser Wilhelmsland be­stimmt. Der der Firma Mouton L Co. gehörige Segel- schunerMinna" lief zu derselben Zeit auf der Insel Waton (Nordküste Neu-Pommerns) auf. Ein Segelkutter des für die Anknüpfung friedlicher Beziehungen zu den Eingeborenen der Admiralitälsinseln sehr verdienstvollen Händlers Molde, in welchem dieser mit einem Europäer und acht Eingeborenen von Komuti nach Matupi zu segeln beabsichtigte, kam am Bestimmungsort nicht an. Er wurde später an den Französischen Inseln angetrieben. Ueber die Insassen fehlt jede Nachricht. Ueber den Verbleib eines SegelschunersArima" der Firma Hernsheim L Co., der in Hioko (Japan) gebaut war und von dort die Aus­reise nach Matupi angetreten hat, ist ebenfalls nichts be­kannt geworden.

k) Finanzwesen.

Das erste Verwaltungs-Wirthschaftsjahr des alten Schutzgebiets von Deutich - Neuguinea schloß mit einem Ueberschuß von rund 40 000 ab, nachdem zuvor er­sparte 70 000 -/A als Theil der Kosten zur Beschaffung eines Regierungsdampfers in Rest gestellt waren. Die Einnahmen des Schutzgebiets steigen langsam. Auch das zweite Wirthschaftsjahr von Deutsch-Neuguinea wird mit einem Ueberschusse abschließen. Die Einnahmen im Etats­jahre 1900 betrugen 90 756,68 ^ gegenüber einer Ein­nahme von 82 155,87 ^ im Vorjahre. Für das laufende Jahr sind die Einnahmen auf 100 000 ver­anschlagt. Diese Summe wird aber nur dann erreicht werden können, wenn durch Landverkäufe erhebliche Ein­künfte erzielt werden.

11. Ost-Karolinen (Ponape).

n) Bevölkerung.

Die in den östlichen Karolinen am 1. Januar 1901 ansässige weiße Bevölkerung zählt 87 Köpfe. Davon kamen 53 auf Ponape, 17 auf Kusaie, 15 auf den Ruk-Archipel und je 1 auf Ngatik und Losag. Unter den verschiedenen Nationalitäten stehen die Amerikaner mit 33 an erster Stelle; es folgen die Deutschen mit 22, die Spanier mit 12 und die Engländer mit 10 Köpfen. Von der gesummten weißen Bevölkerung sind 49 erwachsene Männer, 20 Frauen (da­von 8 verheirathet) und 18 Kinder. Von den Berufen sind die Kaufleute und Händler mit 16 am stärksten ver­treten. Vergleiche mit dem Vorjahr sind, da aus diesem eine Statistik nicht vorhanden ist, nicht möglich.

Außer den Weißen hat der Bezirk eine nicht unerheb­liche zugewanderte Bevölkerung farbiger Rassen. Am 1. Januar 1901 wurden gezählt 17 Japaner, 41 Malaien, 8 Chinesen, 28 Tagalen, 1 Mann aus den Mariancn und 1 Frau aus Hawai, ferner 10 Halbblut. Die Zahl der Japaner hat sich inzwischen, hauptsächlich in Folge der