Deiitsch-Südwestafrika.
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VI. Die wirthschaftliche Entwickelung, g,) Acker- und Gartenbau.
Der Ackerbau des Schutzgebietes hat mit der Unregelmäßigkeit der Niederschlage und den in der kalten Zeit hin und wieder eintretenden Nachtfrösten zu kämpfen. Als vorbereitender Schritt für eine Ausdehnung der Bewässe- rungs- und Berieselungsanlagen, durch welche die dem Ackerbau entgegenstehende Ungunst der Natur überwunden werden soll, ist die Entsendung zweier Ingenieure anzusehen, die das Hatsamas-Dammbauprojekt an Ort und Stelle auf seine technische Durchführbarkeit prüfen sollten. Die Ingenieure besichtigten auch die Regierungs-Stauanlage in Neudamm sowie den Damm des Farmers Brandt in Marienthal und nahmen einige andere für Dammbauten in Betracht kommende Stellen in Augenschein. Viel Schaden haben auch im Berichtsjahr die Heuschrecken angerichtet. Zur Vernichtung dieser Thiere wurden auf allen Stationen und von vielen Privatleuten mit der Lösung des Heuschreckenpilzes Versuche angestellt; die Beobachtung der Wiikung war jedoch nicht überall möglich. Es ist nunmehr ein systematisches Vorgehen gegen diese Landplage in Aussicht genommen. Gute Ernten lieferten im Berichtsjahr die in den Bezirken Outjo und Groolfontein mit Luzerne, Mais, Ovambokorn und andern Körnerfrüchten bestellten Felder.
Während der eigentliche Ackerbau nur im Norden des Schutzgebietes eine erheblichere Bedeutung hat, vollzieht sich die Bodenkultur im Allgemeinen ganz vorwiegend in der Form der Gartenwirthschaft.
Der Gartenbau halte im Allgemeinen eine Mittelernte zu verzeichnen. Für Gemüse und Obst wurden in Windhoek pro Pfund gezahlt:
Kartoffeln .....
. 35—50 ^
Gurken.
. 50—70 -
Bohnen.
. 35—40 -
Kohlrabi.
. 30—35 -
Zwiebeln.
. 75-90 -
Salat.
. 20—25 -
Rothe Rüben ....
30
Mobrrüben ....
30
Spinat.
. 20—25 -
Weißkohl.
40
Blumenkohl ....
40
Weintrauben ....
50
Tomaten.
50
Der Weinbau schreitet besonders im mittleren Theile des Schutzgebietes fort. In Groß- und Klein-Windhoek beträgt die Zahl der tragenden Stöcke etwa 1700, der noch nicht tragenden 7000, der Stecklinge 28 600. Angebaut werden kapsche Sorten, die sich hier sehr gut akklimatisiren, und zwar Hahnepoot, Muskateller, Kristall, Riesling, Hermitage (eine A>1 blauer Burgunder). Die Ernte brachte schöne uud reichliche Trauben. Trotzdem ist mit dem Keltern, nachdem vor Jahren ein Versuch mangels hinreichender Kenntnisse und Einrichtungen mißglückt ist, noch nicht wieder begonnen worden.
Besondere Aufmerksamkeit wurde dem Tabakbau gewidmet. Sowohl im Süden wie im Norden sind gute Ernten erzielt worden. Auch im Fermentiren des Tabaks wurden Fortschritte gemacht, so daß der hier im Lande hergestellte Tabak unter den hiesigen Rauchern immer mehr Verbreitung findet.
Mit dem Anbau von Baumwolle wurden in Outjo Versuche gemacht.
In dem Missionsgarten in Hoachanas, wo Weintrauben, Feigen, Granatäpfel, Datteln, Maulbeeren, Pfirsiche, deutsche Birnen, Aepfel, Aprikosen, Pflaumen und