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1902: 1900/1901
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Kamerun.

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VI. Die wirthschaftliche Entwickelung.

1. Die Urproduktion -er Eingeborenen.

Die stellenweise intensive Landwirthschaft der Einge­borenen ist für den europäischen Handel und Unternehmungs­geist bisher nur zum Theil nutzbar gemacht. Der Anbau der einheimischen Nahrungsmittel, Makabo, Kassada u s. w. ist bisher wirthschaftlich für die Europäer bedeutungslos. Von sehr erheblicher Wichtigkeit sind die Oelpalmen; sie stehen an wirthschaftlicher Bedeutung an der Spitze der Nutzgewächse des Schutzgebiets. Da die Oelpalme sich mit Leichtigkeit von selbst fortpflanzt, braucht keine beson­dere Sorgfalt auf die Kultur dieses Baumes verwendet zu werden. Große Bestände sind bisher noch nicht zur Oelgewinnung herangezogen.

Von außerordentlicher Bedeutung für das Schutzgebiet ist ferner die Gummigewinnung. Leider unterliegt es keinem Zweifel, daß in den Gegenden, in denen schon seit längerer Zeit Gummi gewonnen wird, die Bestände an Lianen und Kautschukbäumen bedenklich zurückgehen. Wenn sich die Gummiproduktion bisher noch annähernd auf ihrer Höhe hält, so ist das vor Allem der Ausschließung neuer gummi- reicher Landstriche zu verdanken. Aehnlich liegen die Ver­hältnisse hinsichtlich des Elfenbeins. Wenn hier die Aus­beute gleich bleibt oder gar zunimmt, so ist die Ursache hauptsächlich in der Anknüpfung neuer Handelsbeziehungen mit Stämmen, die große Vorräthe von Elfenbein auf­gehäuft haben, zu suchen.

Erwähnung verdient ferner die Thatsache, daß sowohl im Keaka-Gebiet als auch am Croßfluß eine Anzahl er­giebiger Salzquellen vorhanden sind, die von den Einge­borenen in primitiver Weise ausgebeutet werden. Der Salzhandel erstreckt sich von diesen Theilen der Kolonie bis ins englische Gebiet und bis zur Balistraße. Trotzdem reicht offenbar die bisherige Salzgewinnung nicht aus, um die Bedürfnisse des Landes zu decken; denn seitens der Calabarhändler wird noch europäisches Salz vom Croß­fluß aufwärts als Tauschwaare eingeführt. Eine ratio­nelle Ausbeutung der Salzquellen dürfte demnach günstige Aussichten haben.

2. Die europäische Plantagen-Mirthschaft.

2 Die europäischen Pflanzungs-Unternehmungen haben

im Laufe des Berichtsjahres abermals beträchtliche Fort­schritte gemacht. Der Schwerpunkt des Plantagenbetriebs liegt mehr denn je in der Kakaokultur. Während der Anbau von Kaffee weiter eingeschränkt worden ist in Folge der schlimmen Erfahrungen, die man mit Schädlingen u. s. w. gemacht hat, haben die günstigen Ergebnisse, die mit der Anpflanzung von Kakao erzielt worden sind, zu einer abermaligen Ausdehnung dieser Kultur geführt. Bis etwa 1898 haben sich die Plantagen ängstlich an der Küste gehalten; heute sind die fruchtbaren südöstlichen Hänge des Kamerungebirges in großem Umfang mit Kakaopflanzungen bedeckt. Auch in technischer Beziehung hat die Kakao­kultur wesentliche Verbesserungen erfahren. Die Studien­reise des Direktors des Botanischen Gartens zu Victoria, Dr. Preuß, nach Mittel- und Südamerika, brachte für das Schutzgebiet die Einführung der besten Kakaosorten. Die Anpflanzung bewährter Schattenbäume hat erfreuliche Fortschritte gemacht, ebenso die Art und Weise des An- pflanzens und des Beschneidens der Bäume, sowie die Reinhaltung des Bodens. Auch die Aufbereitung der Ernte ist durch die Einführung rationeller Trocken- und Gährungs- vorrichtungen erheblich verbessert worden. Da der größte Theil der Pflanzungen noch ganz jung ist, kommen nun­mehr Jahr für Jahr eine große Anzahl von Bäumen in