Jahrgang 
1902: 1900/1901
Entstehung
Seite
35
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«amen»».

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Kamerun.

(Berichtsjahr: 1. Juli 1900 bis 30. Juni 1901.)

I. Allgemeines.

Die Festlegung der Grenze des Schutzgebiets hat während des Berichtsjahrs einige Fortschritte gemacht. Gelegentlich einer Expedition ins Innere, die der Gouver­neur in der Zeit von Mitte Januar bis Ende Februar 1901 ausführte, wurden über die Regelung der deutsch-englischen Grenze im Westen des Schutzgebiets an Ort und Stelle Verhandlungen geführt, zu denen von der englischen Re­gierung der Divisional Commissioner Mr. Morrisey ent­sendet worden war. Diese Verhandlungen führten zu der werthvollen Feststellung, daß der durch seine Salzquellen wichtige Ort Nssanakang, auf den England Anspruch er­hoben hatte, im deutschen Gebiet liegt, und zwar etwa 4 kor von der Grenze entfernt. Am 6. Februar 1901 wurde in Nssanakang unter den üblichen Ehrenbezeugungen die deutsche Flagge gehißt. Auf Grund der Ergebnisse dieser Expedition fanden im April in Buea zwischen dem Gouverneur und dem High Commissioner der britischen Nachbarkolonie Southern Nigeria weitere Verhandlungen statt, die zu einem vorläufigen Grenzabkommen führten. Durch dieses Abkommen, welches jedoch noch nicht be­stätigt wurde, soll an Stelle der auf die Dauer unhaltbar gewordenen geraden Linie eine sich den natürlichen Ab­schnitten des Geländes anschließende Grenze festgesetzt werden, die im Gegensatz zu der jetzigen auch den Ein­geborenen verständlich sein wird.

Mit Feststellung der Südgrenze der Kolonie gegen den französischen Kongo im Bezirk von Sanga-Ngoko ist eine deutsch-französische Kommission beauftragt worden, die ihre Arbeiten gegen Ende des Jahres 1900 be­gonnen hat.

Die geographische Erforschung des Schutzgebietes ist durch eine Reihe von Expeditionen erheblich gefördert worden. Besonders hervorzuheben sind die Expeditionen des Stationschefs Freiherrn von Stein im Sanga-Ngoko- Gebiet, dem südöstlichen Theil von Kamerun. Der Kultur- zustand und die Natur des Landes scheinen zu guten Hoff­nungen zu berechtigen; namentlich sind Elfenbein und Gummi in beträchtlichen Mengen vorhanden. Bei Vuka- duma, unfern Bertua, wurde ein Posten angelegt; außerdem ist es gelungen, eine wenn auch nur vorübergehende Ver­bindung zwischen dem entlegenen Südosten des Schutz­gebietes und der Küste herzustellen, so daß demnächst der Nachrichtendienst nicht mehr auf den großen Umweg über den Kongo angewiesen sein wird. Eine werthvolle Er­weiterung hat die Kenntniß des Schutzgebiets ferner er­fahren durch eine fünfmonatliche Expedition, die unter Hauptmann von Schimmelpfennig über Kribi, Aaünde, Ngilla nach Ngutie und von dort über den Mbamfluß und über Jabassi zurück nach Duala unternommen wurde. Der Zweck der Expedition war theils die Herstellung fried­licher Verhältnisse in den bereisten Gebieten, theils die Er-