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III. Togo. B. Anecho.
sten Regeln der Reinlichkeit, der Leitung einer normal verlaufenden Geburt und der Säuglingspflege sehr viel Erfolg zu erhoffen. Laider stößt die Erreichung dieses Zieles auf Schwierigkeiten. Die bisherigen Erfahrungen im Unterricht zeigten zwar, daß die Frauen durchaus imstande sind, mit Verständnis die notwendigsten Lehren der Entbindungskunst zu erlernen, sie faßten rasch auf, behielten das Erlernte und stellten sachgemäße Fragen aus ihren eigenen Erfahrungen heraus. Jedoch ist es bisher nicht gelungen, die Frauen der Bevölkerung dazu zu bewegen, normale Entbindungen kunstgerecht an sich ausführen zu lassen. Auch wo bei den Männern und den jüngeren Frauen das nötige Verständnis und der gute Wille vorhanden war, wissen die alten Frauen der Familien, die sich in ihrer Bedeutung bedroht sehen, das Vorhaben zu verhindern, so daß wir, wenn überhaupt, zu spät gerufen wurden.
Da von der Ausbildung einheimischer Hebammen ein nicht unwesentlicher Kulturfortschritt zu erhoffen ist, Unfruchtbarkeit und Säuglingssterblichkeit eingedämmt würden, soll die Sache, wenn es sich irgend ermöglichen läßt, im neuen Berichtsjahr mit Hilfe des Bezirksamtes auf das praktische Gebiet ausgedehnt werden.
Anmerkung. Bei Abfassung dieses Berichts war das Hebammenwesen so weit durchgedrungen, daß im II. Vierteljahr des Jahres 1911/12 von drei Hebammen unter Kontrolle des Arztes und selbständig etwa 25 Entbindungen kunstgerecht ausgeführt wurden.
III. Krankendienst.
13. Krankenbewegung.
Für das Vorjahr
Für das Berichtsjahr
1909/10
1910/11
Europäer
Farbige
Europäer
Farbige
a. Krankenzugang.
Durchschnittliche Iststärke ....
46
46
Bestand.
39
6
82
Zugang .
124
2 670
111
OO
O
Behandlungstage.
1 668
33 * 3 !
1 392
etwa 2 S OOO
Verhältnis der Zugänge zur Ist-
stärke.
270 %
241 %
b. Abgang.
Geheilt.
102
2 380
103
geheilt 2 136
u. anderweitig
Gestorben.
iQ
1
13
Anderweitig.
16
22S
11
Bestand bleiben.
6
82
2
20