III. Togo. B. Anecho.
günstig waren. Es muß bei Beurteilung dieser Zahlen berücksichtigt werden, daß die Iststärke sich allmählich verringerte, je mehr der Bahnbau der Vollendung näher rückte. Hervorgehoben wird von den Ärzten eine auffallende Verschlechterung des Gesundheitszustandes bei den Europäern, die länger als i 1 / 2 Jahre in Togo waren. Von diesen mußten 9 als tropendienstunfähig heimgeschickt werden.
Die eingeborenen Arbeiter, anfangs in einer Iststärke von 2700 bis 3000 Mann vorhanden, hatten unter Darmkrankheiten, namentlich unter Dysenterie, zu leiden, die von den Ärzten auf starke Konzentration der Arbeiter und dadurch bedingte mangelhafte Versorgung mit Nahrungsmitteln und Wasser zurückgeführt wurden. Die Gesundheitsverhältnisse waren namentlich im Beginn des Berichtsjahres schlecht, besserten sich aber stetig. Der tägliche Krankenbestand unter Berücksichtigung der jeweiligen Iststärke betrug im ersten Vierteljahr 8,3 °/ 0 , im zweiten 6,6 ü / 0 , im dritten 5,1 %, im vierten 3 °/o der Arbeiterzahl. Todesfälle kamen 212 vor.
B. Anecho.
(Berichterstatter: Regierungsarzt Stabsarzt Dr. Rodenwaldt.)
I. Allgemeines.
1. Sanitätspersonal.
Als Regierungsärzte waren in der Berichtszeit in Anecho tätig vom 1. April 1910 bis zum 21. Juli 1910 der Regierungsarzt Dr. Günther, nach dessen vorzeitiger Heimreise bis zum Ende des Berichtsjahres der Berichterstatter.
Im ersten Vierteljahr standen an europäischem Hilfspersonal eine, von da ab 2 Schwestern vom Deutschen Frauenverein vom Roten Kreuz für die Kolonien zur Verfügung. An farbigen angestellten von da ab 2 Schwestern vom Deutschen Frauenverein für Krankenpflege in den Kolonien zur Verfügung. An farbigen angestellten Hilfskräften wurden 2 Heilgehilfen und 6 Gesundheitsaufseher verwendet, an letzteren einer weniger als im Vorjahr, weil nach dem Ausscheiden des einen die sanitären Verhältnisse im Berichtsjahr eine Neuanstellung nicht notwendig erscheinen ließen.
2. Sanitäre Einrichtungen.
Am Nachtigalkrankenhause wurde für den verheirateten Regierungsarzt eine besondere Küche an der Nordwestecke des Gebäudes angebaut.