Klima. Hygienische Verhältnisse: Influenza. Ruhr. Maltafieber. 441
Die Ernährung der Europäer ist einförmig. Die Inseln bieten keine Weide, die es ermöglichte, Rindvieh, Schafe zu ziehen. Also bleibt für den Weißen an Schlachtvieh nur das Schwein, die Ente und das Huhn übrig, welche dann ab und zu auch die Büchsenfleischernährung angenehm unterbrechen. Es könnte die Ernährung eine weit bessere und angenehmere sein, wenn der Fischreichtum der Südsee ausgenutzt werden könnte. Aber der zum Nichtstun geborene und erzogene Eingeborene ist zu faul, sich mit Regelmäßigkeit dem Fischfang hinzugeben. Ihm wächst seine Nahrung zu, und nur in Zeiten der Not wird auf Befehl der Häuptlinge Fischfang im großen betrieben. So fehlt frischer Fisch manchmal wochenlang in der Speisenfolge.
Frisches Gemüse gibt es nicht. Es kann in geringen Mengen gezogen werden auf Boden, der durch von nördlichen Inseln eingeführte Erde verbessert ist. Der den Marshallinseln eigentümliche Korallenboden läßt Gemüsewachstum nicht zu. Die Brotfrucht bietet einen angenehmen Ersatz; aber auch sie ist nur selten zu haben, da der Baumbestand der Inseln noch immer unter den durch den Taifun angerichteten Verheerungen leidet.
Die gesundheitlichen Verhältnisse waren während des Jahres gut.
1. Influenza.
Von epidemisch auftretenden Krankheiten kamen in Behandlung 48 Fälle von Influenza, welche sich auf die ersten drei Vierteljahre verteilen, während in dem letzten Vierteljahr kein Fall zu verzeichnen war.
2. Ruhr.
10 Fälle kamen in Zugang, von denen 1 Fall Europäer, 9 Eingeborene betrafen. Es fällt auf, daß die Ruhr hier so wenig um sich greift, obgleich gründliche Isolierung der Kranken kaum möglich ist. Die praktische Angewohnheit der Eingeborenen, ihre Notdurft am Strande zu verrichten, muß wohl als bedeutender Schutz gegen allgemeine Weiter Verbreitung herangezogen werden. Durch die einsetzende Flut werden die abgesetzten Faeces in die See gespült und vernichtet. Da der Eingeborene in der Regel bei einsetzender Dunkelheit den Strand aufsucht, kommt auch die Übertragung durch Fliegen wenig in Frage.
3. Maltafieber.
Vier fieberhafte Erkrankungen, welche mein Vorgänger als Maltafieber anzusehen geneigt war, kamen bei Europäern, eine bei Eingeborenen vor. Regierungsarzt Dr. Schwabe berichtet darüber:
„Wie früher erwähnt, kamen auf Jaluit stets vereinzelte Erkrankungen vor, die Ähnlichkeit mit Typhus abdominalis hatten; doch war dieser mit Sicherheit auszuschließen. Niemals wurde Roseola gesehen. Es fehlten auch die charakteristischen Stühle. Neuerdings ist diese Krankheit wieder mehrmals beobachtet worden. Konstant