VI. Karolinen und Marshall-Inseln.
A. Westkarolinen (Jap).
(Berichterstatter: Regierungsarzt Dr. Buse.)
I. Krankenhausanlagen.
Die Hospitalanlage ist einen Schritt weiter ihrer Vollendung entgegengebracht durch den Bau des Arzthauses. Auf luftiger Höhe, oberhalb der Krankengebäude, erhebt sich das schmucke, 3zimmrige, massiv — ähnlich unserem heimischen Fachwerk, aber aus Sand und Kalk — aufgeführte Haus. Leider ist damit immer noch nicht die einst beabsichtigte Anlage vollendet.
Zur Aufnahme der Eingeborenen, Männer und Weiber, dient nur das eine Unterkunftshaus mit zwei Krankensälen (9,50X5,80m), zwei kleinen Räumen (4,80X3,65m), einem Baderaum und einem Vorrats- bzw. Wärterraum. Das hauptsächlich den Eingeborenen dienende Behandlungsgebäude besteht aus einer Apotheke, einem Operationssaal, Waschraum, Arztsprechzimmer und einem Krankenraum für Weiße. Der Wasserversorgung des Hospitals dienen zwei große Zisternen (5,30 X 4,00 X 2,75 und 7,60 X 5,90 X 2,20 m). Zwei Abortanlagen und ein Kochhaus genügen den einfachen Bedürfnissen der Eingeborenen. Das Fehlen des zweiten Unterkunftshauses für die Eingeborenen wirkt schädigend auf den Krankenzufluß teils wegen des Raumangels, teils aus Gründen der Japsitte, die es für anstößig erklärt, daß Männer und Frauen, durch eine Tür nur getrennt, unter einem Dache schlafen, daß hoch und niedrig — in dem Punkte des Kastenwesens kennt sich der Japmann aus — den einen Raum gemeinsam benutzen. — Die geringe Anzahl der Räume ist unzweifelhaft ein Mangel, Schwerkranke lassen sich nicht in einem von vielen Menschen belegten Saale unterbringen, indem sie gezwungen sind, die körperlichen Verrichtungen vor den Augen aller zu vollziehen — gerade der Japmann hat in dieser Hinsicht ein übertriebenes Schamgefühl — ganz abzusehen von ansteckenden Kranken, Schwindsüchtigen, Ruhrkranken usw.
Das Quarantänehaus auf der Insel Tabelau ist neu aus demselben Material wie das Arzthaus aufgebaut. Zwei kleinere Zimmer mögen