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1910: 1908/09 / hrsg. vom Reichskolonialamt
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440 VI. Karolinen und Marshall-Inseln. C. Marshall-Inseln. 3. Jaluit.

Hautkrankheiten ist besonders chronisches Ekzem häufig (9 Fälle), zweimal kamen Patienten mit Tinea vor. Zwei Erwachsene litten an alter Syphilis, hereditär wurde sie bei 4 Kindern gefunden. Von Krankheiten der Sinnesorgane sind zu erwähnen: 2 Konjunktivitis- Fälle, einmal Fremdkörper im Auge, sowie eine Furunkulose des Ge­hörganges. Geschwüre und Eiterungen kamen mir 8mal zu Gesicht, Verletzungen einmal. Zahl der behandelten Farbigen: 97.

Außerdem wurden 3 Europäer behandelt. Je einmal Peritonitis, Sonnenstich, Malaria.

C. Marshall-Inseln.

1. Jaluit.

(Berichterstatter: Regierungsarzt Stabsarzt Dr. Liesegang.)

I. Klima.

Der ärztliche Dienst wurde im verflossenen Berichtsjahr bis zum 24. 12. 08 vom Regierungsarzt Dr. Schwabe versehen, vom 25. 12. 08 an vom Berichterstatter.

Das Klima ist auf Jaluit während der Passatzeit, welche in der Regel vom Dezember bis in den April hineinwährt, durchaus erträg­lich. Wenn auch die Temperatur gleichmäßig hoch ist, so sorgen der Nordostpassat und reichliche Niederschläge, wenn auch nicht für große Abkühlung, so doch für Erfrischung, die Hitze erträglicher machend. Während des übrigen Jahres wechseln unregelmäßige Winde mit Windstillen, während Niederschläge auch dann reichlich sind.

II. Hygienische Verhältnisse.

Die Wohnhäuser der Europäer sind einstöckige Häuser mit Wellblechgiebeldach. Sie ruhen auf gemauerten Pfosten, welche etwa i/ 2 , m aus der Erde hervorragen. Eine um das Haus herum­führende Veranda bietet an der Windseite einen angenehmen, leidlich kühlen Aufenthalt.

Die Trinkwasser Verhältnisse für Europäer sind gut. Das Regenwasser wird in großen eisernen Tanks aufgefangen und bleibt in diesen, wenn die von Zeit zu Zeit nötige Reinigung nicht unter­lassen wird, einwandfrei, zumal eine Infektion von außen ausge­schlossen ist. Natürlich ist bei längerem Ausbleiben von Nieder­schlägen Wassermangel zu befürchten.

Der Eingeborene fängt auch, wenn angängig, Regenwasser auf; im übrigen entnimmt er Wasser auf der Insel gelegenen Tümpeln. Dies Wasser ist brackig.