Gesundheitsverhältnisse der Farbigen und Kasuistik.
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II. Gesundheitsverhältnisse der Farbigen und Kasuistik.
Unter den Farbigen von Käwieng und Umgebung sind leider im Berichtsjahre verschiedene Seuchen aufgetreten, die recht viele Opfer forderten.
a. Dysenterie.
In erster Linie ist die in Käwieng, wie überhaupt im B. Archipel häufige Dysenterie zu nennen. Sie trat besonders heftig unter den Arbeitern der Firmen und Privaten auf.
Die ortsübliche Defäkation am Strande ist eine Hauptursache der Neuinfektionen. Im Laufe des Jahres wurden nun auf dem Polizeiplatze in einem besonderen Häuschen zwei Versitzgruben angelegt zur Benutzung durch die Gefangenen und Polizeisoldaten. Wenngleich sie in erfreulicher Weise benutzt wurden, so mußte doch Aufsicht darüber geführt werden, daß die Farbigen sie nicht als Abladestelle für Kokosnußschalen, zerrissene Schuhe, Blechtins usw., betrachteten, durch die eine Fäkalienaufsaugung durch den Korallenkalk unmöglich gemacht worden wäre.
b. Beri-Beri.
Sehr schwer trat unter den Farbigen der Firmen und des Gouvernements in diesem Jahre Beri-Beri auf und zwar um die Übergangszeit.
Als ein Hauptherd für Beri-Beri muß das feuchte, sumpfige, ungesunde „Namaune“, eine Insel der N. G. Co. betrachtet werden, von deren Arbeitern viele an Beri-Beri erkrankten, starben und während der Erkrankung die schwersten Symptome zeigten. Auch die dem Festlande von Käwieng vorgelagerte Insel „Nnsa“, die auch durch ihren Sumpf recht viel Anophelen und Malaria zeigt, lieferte einen großen Prozentsatz von Erkrankungen und Todesfällen.
Der Umstand, daß viele der Erkrankten und Gestorbenen an Fußwunden litten, resp. an Fußwunden Leidende, die mit Beri-Beri- kranken verkehrten, an akuter Beri-Beri erkrankten, sowie die Tatsache, daß die in dunklen feuchten Häusern wohnenden mehr erkrankten als Farbige in anderen Wohnungsverhältnissen, läßt an eine bazilläre Infektion durch die lädierte Haut denken. Von einer Enthaltung von Reisnahrung, von einer Darreichung von frischen Früchten und frischen Fischen hat Berichterstatter keinerlei Erfolge gesehen.
c. Äußere Verletzungen.
Die Gewohnheit der Farbigen, sich bei Rheumatismus, bei Hustenreiz, bei Gelenkschmerzen usw. vermittels eines Glassplitters kleine Einschnitte in die Haut zu machen, entspricht eigentlich unserem Schröpf köpf oder vielmehr dem Baunscheidtismus. Leider aber führt diese Unsitte bei den Farbigen oft zu ausgedehnten Phlegmonen und zu eitrigen Gelenksentzündungen. In einem Falle erfolgte sogar