III. Togo. A. Lome.
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Der Verlauf war ein langsamer. Es mußten in beiden Fällen noeh Nachoperationen wegen Fistelbildung gemacht werden.
c) M i 1 z t u m o r. Ein Fall von Milzhypertrophie verdient noch der Erwähnung.
Der erwachsene .Mann war ziemlich mager, anämisch, hatte einen stark aufgetriebenen Leib, Emphysem bei faßförmigem Brustkorb. Die .Milz Avar stark vergrößert, reichte fast bis au die Beckenschaufe.l. Avar hart, etAA-as nach oben verschiebbar. Die anderen Organe waren gesund. Er fühlte selbst die große MilzgcscliAvulst, hatte starke BeseliAverden am linken .Rippenbogen und A-erlangt, daß die Milz entfernt Averde. Er habe schon 2 Kinder an MilzgcscliAvulst A’erloren, und das liege nur daran, daß er dieses kranke Organ habe. Es Avurde der Versuch gemacht, das Organ zu entfernen; doch bestanden so feste Verivachsiiugen am oberen Milzpol, daß davon abgesehen Avurde. Es Avurde zwischen Thorax und konvexer Milzobertkiche ein Tampon eingeschoben und die Wunde zum 'Peil A’erniilit. In den drei ersten Tagen nach der Operation bestand starker Meteorismus. Nach 3 Tagen Avurde der Tampon entfernt, die Wunde Aveiter bis zur Heilung tamponiert. Als er entlassen Avurde, Avaren die RescliAverden nicht AA’esentlich gebessert, nur der Unterleib Avar Aveiclier als bei der Aufnahme. i> Wochen nach der Entlassung- stellte sieh der Mann Avieder vor. Er sah Avohl aus, fühlte sich ausgezeichnet. Schleimhäute AAaren normal gerötet. Die BescliAverden Avaren ganz geseliAvunden, die Milz aauit bedeutend verkleinert als flacher Körper an der seitlichen I’auehAAumd zu fühlen. Der untere Pol reichte nur bis zur Mitte ZAvischen Rippenbogen und Rand der Reckenschaufel. Der Unterleib Avar eingesunken. Die Atmung ausgiebiger.
5. Krankheiten der Ernähmngsorgane.
a) Die Z a li n k a r i e s kommt unter den Eingeborenen recht Läufig vor (60 Extraktionen). Auch die Europäer kamen dieses Leidens wegen in Behandlung. Es mußten 19 Zähne entfernt werden. Einige hatten dieselben vor ihrer Ausreise nicht plombieren lassen.
b) U n t e r 1 e i b s b r ü c h e , namentlich Nabelbrüche bei Kindern und Leistenbrüche bei erwachsenen Männern sind häufig. Während jene meist ausheilen, kommen diese zur chirurgischen Behandlung. Von den operativ beseitigten Leistenbrüchen enthielt der Bruchsack viermal Dünndarm, einmal Blinddarm mit Wurmfortsatz.
Einmal Avar bei einem doppelseitigen. Leistenbruch auf beiden Seiten neben dem Rruclisack ein 7 cm langes, handschuhfingerartiges, am Samenstrang verlaufendes Diverticulum Aesicae. Auf der rechten Seite Avurde es angeschnitten, Avobei sich trüber Urin entleerte. Das Divertikel Avurde abgetragen, die äußerst dünne Wandung genäht. Der Stumpf in dem unteren WnndAvinkel befestigt. Es entstand eine Urintistel, die erst nach ßAvöcliig-er Behandlung heilte. Auf der linken Seite Avar das Divertikel obliteriert. Die Wände konnten aber noch leicht voneinander getrennt Averden. Die Heilung’ der Brüche erfolgte primär.
c) K r a n k h e i t e n d er Lebe r sind häufig und wahrscheinlich oft die Folge der Dysenterie.
Operativ wurden o Fälle von Leberabszeß behandelt und zwar zweiseitig zivei mit Rippenresektion transpleural, einer transperitoneal, einseitig ein Abszeß, welcher mit den Bauchdecken verklebt war. Dieser (Europäer aus Kamerun) endete tödlich unter Peritonitis.