TU. Togo. A. Lome.
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die Kranken selbst anbauen. Außerdem erhalten die Kranken als Genußmittel von Zeit zu Zeit Tabak und Zueker. Eine geplante Selbstunterhaltung der arbeitsfähigen Kranken scheitert einstweilen an ihrem passiven Widerstand. Der Betrieb des Aussätzigenheims wird durch die „Geschäftsordnung für das Aussätzigenheim bei Ba- gida“ geregelt.
III. Gesundheitsdienst.
a. Organisation.
Zur Besprechung der gesundheitlichen Maßnahmen in Lome ist eine Gesundheitskommission eingesetzt, bestehend aus dem Bezirks- amtmann, dem Regierungsarzt, dem Vertreter des Bauamts und 2 außeramtlichen Mitgliedern. Sie tagte zweimal, im November 1908 und im Februar 1909.
Zur Beratung kamen Regelung der Fäkalienabfuhr, der Prostitution, Verordnungsentwurf betreffend Anzeigepflicht bei Todesfällen und Beerdigung der Leichen, ferner betreffend Verhütung und Bekämpfung ansteckender, gemeingefährlicher Krankheiten.
b. Hygienische Einrichtungen.
In der Wasserversorgung (Röhrenbrunnen und Pumpen), Fäkalienabfuhr (Tonnensystem), Beseitigung sonstiger Abfallstoffe (in Gruben außerhalb der Stadt) sind ATwänderungen gegen das Vorjahr nicht vorgenommen worden. Am 1. April wurde das im Vorjahre gebaute Schlachthaus in Benutzung genommen. Unmittelbar an der See gelegen und dem Seewinde frei zugänglich ist es gegen eine zu große Fliegenplage geschützt. Die Abfallstoffe werden sofort in die See geschüttet bzw. gespült. Mit dem Schlachthaus ist auf demselben Grundstück eine Fleischverkaufshalle errichtet. Die Anlage mußte bereits im Berichtsjahre erweitert werden. Die Fleischbeschau wird weißen Beamten übertragen. Krankheitsverdächtiges Fleisch wird dem Regierungsarzte zur Begutachtung vorgelegt.
Seit Ende Mai wird das Schweinefleisch auf Trichinen untersucht. Sehr häufig wurden Finnen beim Schweine beobachtet, bisher aber keine Trichinen.
IV. Kasuistik der Krankheiten.
1. Übertragbare Krankheiten.
a) M a 1 a r i a. Von den Infektionskrankheiten spielt auch in Lome die M a 1 a r i a die wichtigste Rolle. Fs kommt fast ausschließlich Malaria tropica vor. Dank der günstigen Bodenbeschaffenheit (sehr durchlässiger Sandboden) müßte Lome eigentlich sehr leicht mückenfrei zu halten sein. Dies ist nach Einführung der Mückenbekämpfung in zwei »Jahren (1903 und 1904) fast vollkommen Gelungen. Doch macht die etwa 1 km landeinwärts von der Stadt