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1. Deutsch-Ost,afrika.
13. Rotz.
Bei zwei aus Aden eingeführten Maultieren und einem aus Durban stammenden Maultiere wurde Rotz festgestellt (Lichten- held, Oberarzt Dr. Weck). Die Infektion der Tiere ist wahrscheinlich vor ihrer Einfuhr erfolgt, da im Schutzgebiet bisher der Rotz noch nirgends beobachtet worden ist.
14. Geflügelkrankheiten.
Die Geflügelpocken traten in diesem Jahre in mehreren veredelten Hühnerbeständen unter den jungen Hühnern sehr heftig auf, während Verluste in den aus Eingeborenen-Hühnern bestehenden Beständen nicht beobachtet wurden. In einem Falle erkrankten auch Puten an den Pocken. Die Erkrankung erstreckte sich außer auf den Kamm auf die Augen, die Schleimhäute des Maules und auch auf die äußere Haut. Mit der Behandlung der Knötchen mit öl und nach ihrer Ablösung mit der Behandlung der entblößten entzündeten Stellen mit 3 % Creolinwasser wurden gute Erfolge erzielt (Lieh- tenheld).
Außerdem traten an verschiedenen Orten Geflügelseuchen auf, deren Untersuchung nicht möglich war, weil bis zum Eintreffen des Sachverständigen die Hühner verendet waren.
IV. Finnenkrankheit.
Die Finnenkrankheit der Rinder ist im Schutzgebiet sehr stark verbreitet. Nach gelegentlichen Untersuchungen kommt sie überall im Schutzgebiet vor. Es wird wohl nicht zu niedrig gerechnet sein, wenn man annimmt, daß ungefähr y 2 % sämtlicher Rinder mit Cysticercus inermis behaftet ist ( L i c h t e n h e 1 d).
Bei Schweinen wurde bisher der Cysticercus cellulosae noch nicht beobachtet.
V. Hautkrankheiten der Haustiere.
1. Glatzflechte.
Die Glatzflechte ist festgestellt worden am Kilimandjaro, in Ugogo, Daressalam und Uhehe (Liehtenheld). Sie befällt in erster Linie Kälber, und zwar hauptsächlich schlecht genährte Individuen, während sie bei erwachsenen Rindern nicht beobachtet wurde.
2 . Räude.
Akarusräude wurde festgestellt bei einem Hunde in Daressalam (L-ichtenheld) und einem Rinde in Turu. Die Haut des Rindes war am ganzen Körper flach knotig verdickt. Aus diesen Knoten, die Markstückgröße hatten, ließen sich gelbe, trockene, käsige Massen ausdrücken, die, wie die mikroskopische Untersuchung ergab, aus zahllosen Akarusmilben bestand (Schellhase).