5. Jahrgang Nr. 10
Der Vortrupp
16. Mai 1916
herausgegeben von vr. Hermann M. Popert, Hamburg, und Kapitäuleutuant a. D. Hans paafche, Berlin. — verantwortlicher Schriftleiter: Di-. pln'l. R. Kraut, Hamburg.
Abteilungen
des Deutschen Vortrupp-Bundes
In zwangloser Reihenfolge einmal vierteljährlich als Beilage zum „Vortrupp" für die Vortrupp-Gruppen und Vortrupp-,freunde herausgegeben von der
— 0/11 Geschäftsführung des „Deutschen Vortrupp-Bundes"
, 9,6
Inhalt» Rückschau auf die Arbeit des Deutschen Vortrupp-Bundes während der Ariegszeit 1H14/15 (Schluß). — Aus der Vortrupp-Arbeit. — Werbemittel.
Rückschau auf die Arbeit des Deutschen Vortrupp-Bundes während der Kriegszeit
(Schluß.)
Die auf dem I. Deutschen Vortrupp-Tage beschlossenen Bittschriften an den Reichstag konnten leider nicht so viele Einzelunterschriften erhalten, wie wir gewünscht hatten. Der Krieg hat die dafür eingesetzte Arbeit vollständig unterbrochen. Die Bittschrift für Schaffung eines Gesetzes zur Beseitigung des Kinderhandels hat H576, diejenige für Herbeiführung eines Gesetzes, die Einfuhr von Ledern oder Teilen von Bälgen wildlebender vögel zu verbieten, 2HH3 Linzelunterschriften gefunden. Durch den Anschluß verschiedener Körperschaften erhöhen sich selbstredend diese Zahlen um die Mitgliederzahl der in Frage kommenden Vereinigungen. Diese beiden Bittschriften werden voraussichtlich in der Friedenszeit noch einmal wiederholt werden müssen, wenn bis dahin von der Leitung des Reiches entsprechende Schritte noch nicht geschehen sein sollten.
Die verschiedenen, von der Geschäftsstelle des Deutschen Vortrupp-Bundes ausgegebenen Werbemittel wurden in den ersten Kriegsmonaten wenig benutzt, aberbald hatman sich ihrer wieder in größerem Umfange bedient. Die neuen Auskunftsblätter und die Zusammenstellung der „Urteile" über den „Vortrupp" erfreuen sich besonderer Beliebtheit, so daß mehrfach ein Nachdruck nach kurzer Zeit erforderlich war. von den drei
herausgegebenen K r i e g s p o st k a r t e n sind die Karten I und III bis auf einen kleinen Bestand vollständig vergriffen. Die Karte I bot den Ausspruch aus dem Leitaufsatze des „Vortrupp" vom 1 . September 191 H: „> - Un- besieglich wird unsere Kraft im Ertragen und handeln sein, durch nichts zu brechen unser Wille zum Sieg des Deutschen, das zugleich der Sieg des Guten ist.... wir sind ein Leib, ein Geist, ein Wille zum Sieg, eine einzige entschlossene Drohung für unsere Feinde.... wir wollen siegen! Um unseres Volkes willen, auf dessen Schultern jetzt die ehrende, gewaltigste Pflicht des heiligsten Krieges sank,—umdermenschlichenZukunftwillen!
Mit uns ist das Recht, klar wie die Sonne!"
Die Karte III brachte die Ausführungen unseres Kampfgenossen vr. holitscher über die Frage „wie wärmt sich der Soldat?" Sie hat während der Kältemonate nach allgemeinem Urteil sehr gute Dienste zur Aufklärung geleistet. Die Kriegspostkarte II, von der noch ein Vorrat vorhanden ist, ist während der Kriegszeit nur wenig benutzt worden, obwohl die Mahnungen, die sie bietet, immer wieder erhoben werden sollten. Sie diente der energischen Bekämpfung der Federmode durch nachfolgenden Aufruf: „Deutsche Frauen! Die Heldentaten unserer Krieger und der Opfermut des ganzen Volkes schirmen deutsche Kultur. Auf den Schlachtfeldern keimt neue Saat. Deshalb verbindet mit der Größe dieses geschichtlichen Augenblicks eine Kulturtat: ,w e g mit der Pariser Unsitte, Vogelleichen auf hüte zu binde iM
Die Vortrupp-Flugschriften sind inzwischen auf 35 gestiegen*). Sie bilden
*) Siehe s. 22 u. 23 dieser „Mitt. d. D. V.-8."