3. Togo.
Kolonialgeschichtliche Entwicklung.
Die Togoküste war durch die Verträge von 1885 nicht gerade glücklich begrenzt worden. Der hafenlose Mceressanin hatte nur 52 km Länge, und die beiden schiffbaren Flüsse Volta und Mono, die zugleich die West- und Ostgrenze bildeten und den Löwenanteil des Binnenverkehrs aufnalnnen, mündeten auf fremdem Boden. Deshalb war die Ausdehnung des deutschen Einflußbereiches dringend geboten, und teils aus politischen, teils aus wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Gründen sandte die Regierung 1888—1890 drei Expeditionen aus, die das noch vollständig unbekannte Innere erforschen und mit den Eingeborenen Verträge abschließen sollten. Hauptmann Kurt v. Francois, der Führer der ersten Expedition, gelangte längs des Volta nach der damals noch blühenden Handelsstadt Salaga und unternahm dann über Jendi, die Hauptstadt des Dagombareiches, einen Vorstoß in die Sultanate Gambaga und Mossi, um über die inzwischen gegründete Station Bismarckburg zur Küste zurückzukehren. 1 ). Infolge seines Vorstoßes nach Salaga und Jendi und in die nördlich davon gelegenen Länder beeilte sich England, die Frage über die politische Zugehörigkeit dieser Gebiete in einem mit Deutschland 1888 geschlossenen Vertrage vorläufig offen zu lassen. Eine quadratische Landfläche wurde als neutral erklärt, und keine der beiden Mächte sollte hier Hoheitsrechte erwerben. Die zweite Expedition unter Stabsarzt Dr. Ludwig Wolf sicherte und eröffnete den Osten des Togolandes durch Errichtung der Station Bismarckburg, des ersten Stützpunktes, den die llegierung im Hinterlande schuf. Nach einem Besuche Salagas zog Wolf durch das Tschaudjoreich bis in die nördlichen Grenzländer von Dahome, wo er in Dabari (Ndali) am Fieber oder an Gift starb. Sein Nachfolger, Oberleutnant Kling, der von Bismarckburg aus den Niger erreichen wollte, wurde in Borgu von den feindlichen Binnenstämmen zur Umkehr
‘) Auf einer zweiten Reise war v. Francois bereits bis Salaga gekommen, als er abberufen wurde, um den Oberbefehl über die neugebildete siidwestafri- kaniscbe Schutztruppe zu übernehmen.