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Deutschlands Kolonien : Erwerbungs- und Entwickelungsgeschichte, Landes- und Volkskunde und wirtschaftliche Bedeutung unserer Schutzgebiete / von Kurt Hassert
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II. Die deutschen Schutzgebiete.

1. Deutsch-Südwesfafrika.

Kolonialgeschichtliche Entwicklung.

Zu Beginn der deutschen Herrschaft war ein großer Teil unseres südwestafrikanischen Schutzgebietes durch ältere Reisen und vor allem durch die jahrzehntelange Tätigkeit der Barmer Missionsgesellschaft in großen Zügen bekannt, während die Kenntnis der wirtschaftlichen Ver­hältnisse noch sehr viele Lücken aufwies. Deshalb rüstete A. Lüderitz eine Reihe bergmännischer Expeditionen aus, weil er, wie damals soviele andere, in Südwestafrika ein deutsches Goldland erhoffte. 1 ) Leider er­wies sich die Firma Lüderitz der kostspieligen und vorerst ertraglosen Aufgabe, die sie durch den Erwerb Angra Pequenas übernommen hatte, nicht gewachsen, und um die erste deutsche Kolonie vor dem drohenden Zusammenbruch zu bewahren, wurde sie von der zu diesem Zwecke ge­gründeten Deutschen Kolonialgesellschaft für Südwestafrika zum Preise von 300000 Mark übernommen. Lüderitz widmete ihr auch fernerhin seine Dienste und unternahm dabei jene verhängnisvolle Küstenfahrt, die ihm das Leben kosten sollte. Das Boot schlug in der Brandung um, und er ertrank nebst seinem Begleiter. Die neue Gesellschaft beging nun ebenfalls den Fehler, ihre verfügbaren Mittel lediglich auf bergbauliche Untersuchungen zu verwenden, sodaß sie nach Verbrauch ihres Kapitals bald in Schwierigkeiten geriet. Da tauchte plötzlich die Nachricht von Goldfunden auf, und obgleich die Aussichten auf die Abbauwürdigkeit des edlen Metalls nichts weniger als günstig waren, so genügte die überraschende Kunde doch, um die allgemeine Auf­merksamkeit auf das eben noch als völlig wertlos verspottete Sandloch zu lenken. Freilich hatte sie auch äußere Gefahren im Gefolge, die das Eingreifen des Reiches unabweisbar machten.

i) An ihnen nahmen teil der Bergwerksdirektor H.Pohle, der Geologe A.Schenck und der Botaniker H. Schinz, deren Arbeiten durch W. Belck, C. G. Büttner, G. Gürich und andere 1888 bis 1890 nicht unwesentlich gefördert wurden.