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Taufbewerber sich merklich mehrten, der Gottesdienstbesuch nichts zu wünschen übrig ließ, deutete alles auf einen guten Anfang hin und ließ auf eine reiche Ernte schließen. Leider sollte es hierzu nicht kommen, denn der Aufstand machte auch hier dem hoffnungsvollen Anfang ein trauriges Ende. Kuhlmann mußte die Station verlassen nnd sechs Wochen unter den Heiden hin- und herziehen, wobei ihn seine kleine Gemeinde beschützte und es gar nicht begreifen konnte, daß er sie verlassen mußte.
Saub.
Die Station Gaub liegt im nördlichen sogenannten Otavigebiet, etwa sechs Tagereisen nördlich von Otjozoudjupa. Da ich jene Gegend nicht bereist habe, so kann ich nicht aus persönlicher Anschauung über sie berichten. Sie ist jedoch nach allen Berichten von dort an Regen doppelt so reich als das mittlere Hereroland und deshalb auch mit reichlichem ackerbausähigem Land und günstigen Wasserverhältnissen versehen. Das ganze Gebiet ist Eigentum der Üontli >Vs8t, OUtzien Oomxunze Diese trat durch ihren Vertreter, Oberleutnant Oe. Hartmann, an die Rheinische Mission den zu einer Stationsanlage nötigen Grund und Boden in freundlicher Weise für 9000 M. ab.
Dort auf Gaub und in der Umgegend wohnten eine Menge Bergdamra und Nama unter der Oberhoheit eines Hererobastard, namens John Krüger. Unter diesen Leuten begann Missionar Kremer, der bis dahin auf Otjomboima unter den Bergdamra gearbeitet hatte, Ende Juli 1895 seine Arbeit. Er baute sich fürs erste ein provisorisches Wohnhaus. Da jene Gegend wegen des vielen Regens und der stehenden Wassertümpel sehr sieberreich ist, so wurde auch der Missionar samt seiner Familie gleich in der sehr schweren Anfangszeit, als er noch mit dem Bau einer wasserdichten Wohnung beschäftigt war, vom Malariafieber sehr heimgesucht. Unter Regenschirm und Fellen mußte er mit den Seinen oft des Nachts wegen des eindringenden Regens Schutz suchen.
Da die in der Nähe wohnenden Herero aus dem Otavigebiet ausgewiesen wurden, so hatte Kremer es ausschließlich nur mit Nama, Buschleuten und Bergdamra zu tun, die sich jedoch auch vom Platz selbst fernhielten. Eine besondere Hülfe erhielt jedoch Kremer an dem nun auch von der Regierung als Häuptling über sämtliche Eingeborene jener Gegend anerkannten John Krüger. Krüger war schon Anfang des Jahres 1896 getauft, und seine tapfere Frau Josephine, die bei der Familie Hälbich in Otjimbingue erzogen und getauft war, gab ihren Untertanen ein gutes Vorbild. Eine kleine Lehmsteinkirche konnte bald gebaut, eingeweiht und in Gebrauch genommen werden. Die Gottesdienste wurden anfangs nur von 40 Personen besucht und die Schule von 15- 20 Kindern. Im Oktober 1887 konnte Kremer seine Erstlinge, 5 Erwachsene und 2 Kinder, taufen, so daß sich mit der