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Die Herero : ein Beitrag zur Landes-, Volks- und Missionskunde / von J. Irle
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Osona bei Okahandja; Eich zog mit seiner Familie nach Neubarinen und be­diente sie von da aus. Den Häuptling Kaeteoavi konnte er um diese Zeit taufen. Die schweren Kriegsjahre aber setzten der Missionarsfamilie arg zu. Eich selbst erkrankte an einem bösen Halsleiden und mußte schließlich 1884 in der Heimat Genesung suchen. Leider mußte er, ehe er Abschied nahm, es noch mit Schmerzen sehen, wie der Verfall in seiner Gemeinde immer mehr zu­nahm. Auch der Station hatten die Nama arg mitgespielt, das Wohnhaus ausgeraubt und teilweise zerstört und das Holz des Kirckdachs in Feuer auf­gehen lassen. Der indessen neu ins Land gekommene Bruder des Missionars, Wilh. Eich, übernahm 1886 die Pflege der Gemeinde. Im Jahr 1885 zog sich diese wieder nach Osona und konnte nun von Okahandja aus besser bedient werden, weshalb auch Eich dorthin übersiedelte. Die Gemeinde wuchs nun auch wieder erfreulich und zählte im Jahr 1888 an 196 Getaufte mit 80 Abendmahlsberechtigten, 59 Taufbewerbern und 60 Tagesschülern.

Im Jahr 1889 ging Eich zur Vertretung des Missionars Jrle nach Otjosazu. Die Leute kehrten wieder nach Otjizeva zurück, und dieses wurde Filial von Okahandja und von dem tüchtigen Evangelisten Josaphat Kamatoto bedient, der von hier aus s. Z. auch auf der Kolonialausstellung in Berlin war. Eich aber zog nach Jrles Rückkehr, 1890, nach dem Norden und legte dort die Station Otjozondjupa an. Die Statistik der weiteren Entwicklung der Gemeinde entzieht sich der genaueren Kenntnis, da sie in der von Okahandja mit einbegriffen ist. Die Erweckung im Jahre 18991903 trug auch in Otjizeva gute Früchte. Als ich den Platz im Juni 1902 besuchte, fand ich ein recht reges geistiges Leben unter den Leuten. Die Konferenz von 1903 ging deshalb schon mit dem Gedanken um, der Gemeinde wieder einen euro­päischen Missionar zu geben. Ehe jedoch dieses ausgeführt werden konnte, brach der Aufstand aus und machte allen neuen Plänen auch dort ein Ende.

Otjozoncisupa (^aterbsrg).

Ein Jahr etwa nach der Gründung von Otjosazu konnte diese Station angelegt werden.

Wenn der Reisende, der von Swakopmund kommt, sich durch Berge, Täler und Schluchten seinen Weg gebahnt und Otjiamangombe erreicht hat, so sieht er hier, auf einer Höhe von etwa 1800 m nach Norden und Osten schauend, die unabsehbare, fast baumlose Omaheke, das Sandfeld, vor sich liegen. Nur einzelne Berge im Westen, wie die Ombotuzu, die Omatako und der Omatjo, und die im fernen Osten am Horizont auftauchenden Okongava, Okotjingoro, Okonguendje und Omukuatjiuvauoberge sagen ihm, daß diese dort eine Grenze findet. Weit im Norden wird ein zwei Tagereisen langes, von Süden nach Norden sich hinziehendes Tafelgebirge sichtbar. Es ist die Omuveroumue-Gebirgskette, von Otjosazu 190 km entfernt. Die Höhe des