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Die Herero : ein Beitrag zur Landes-, Volks- und Missionskunde / von J. Irle
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wo er von allen freudig begrüßt wurde. Er fand dort alles verwüstet; Garten, Hans und Kirche lagen in Trümmern, und Hahn mußte von neuem anfangen, mit seinen eigenen Händen Lehmsteine zu formen, Balken zu be­harren und Taglöhnerarbeit zu tun. Die Bewohner des Platzes hatten jedoch noch manches von dem, was er gepredigt hatte, be­halten. Es kamen bald 200 Leute zum Gottesdienst und 100 Kinder zur Schule. Ihre Herzen blieben jedoch verschlossen. Nur Hahns Hausmädchen, welches jahrelang bei ihnen im Dienste war, bat im Jahre 1857 um die Taufe. Sie wurde im Juli 1858 auf den Namen Johanna Maria getauft und war damit nach vierzehn­jähriger Arbeit die erste Frucht der Hereromisfion. Johanne Gertse, wie sie später mit ihrem Frauen- namen hieß, hat sich als auf­richtige Christin bewährt. Sie lebt noch heute und hat auch aus den Wirren des Aufstandes ihr Leben retten können. Vor den Augen der Welt erschien die ganze Arbeit an den Herero als eine Torheit, und selbst die Missionare haben sich oft gefragt, ob es wohlgetan sei, so viel Mühe und Arbeit an die Bekehrung eines Volkes zu setzen, welches ohne alles geistliche Bedürfnis und Verständnis zu sein schien.

liesse ?u cken Ovambo.

Bei diesen trostlosen Aussichten entschlossen sich die Missionare Hahn und Rath, ihre längst geplante Untersuchungsreise zu den nördlich von den Herero wohnenden Ovambo auszuführen. Denn bei diesen seßhaften und Ackerbau treibenden Völkern dachten sie, wird das Evangelium einen leichteren Ein­gang finden. Im Mai 1857 begaben sie sich auf den Weg. Ein englischer Elefantenjäger, Green, schloß sich ihnen an. Hahn hatte die Reise auf neun Monate veranschlagt, sie dauerte jedoch nur vier. Durch einen undurchdring­lichen Dornenwald mußten sie sich den Weg bahnen und kamen so unter

Johanna Maria Sertie.