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Die Herero : ein Beitrag zur Landes-, Volks- und Missionskunde / von J. Irle
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die Herero keine Götzenbilder in dem üblichen Sinne dieses Wortes; höchstens kann man den heiligen Baum, die Omovapu-Sträucher, die Ahnenstöcke und den Otjija als eine Art Fetische ansehen, an ihnen hastet etwas vom Fetisch­dienst. Doch sind der eigentliche Gegenstand der Furcht und darum der Ver­ehrung und des Opferdienstes die Geister der abgeschiedenen Ahnen. Mit ihnen steht der lebende Stammeshäuptling bei allen wichtigen Angelegenheiten des Stammes im beständigen Verkehr. Ihnen bringt er, der König und Priester seines Stammes zugleich ist, auch die Opfer dar.

4. Der Opfercjienft cler Iberers.

u) Der Opferaltar (okuruo). Der Opferdienst der Herero voll­zieht sich der Hauptsache nach an dem Opseraltar, olruruo genannt. Es ist dies ein Haufen Asche von dem heiligen Feuer, oiuniii'O omnrniiA6i'6io, nicht, wie I)r. Schinz meint, omtN's.itK6i'6, der sich in der Nähe des Pontoks befindet, in dem die Hauptfrau des Häuptlings wohnt. Er ist im Osten der Werft (orlAZ-uäu) und des heiligen Viehkraals, meist zwischen

diesem und dem

dl Pontok des

Häuptlings selbst (oinui'Ä- . nASi' 61 ' 0 ), ge­legen. Um diesen Altar liegen ringsherum die Schädel und Hörner der ge­opferten heiligen Ochsen und die­nen bei den Ratsversamm­lungen als Sitze für die Alten. An jedem Mor­gen und Abend zur Zeit des Melkens wird auf dem oknruo dasheiligeFeuer

a. Eingang, b. Kälberkraal. o. Omumborombonga (bezw. dürrer angezündet,wel- Omnvapustranch als Ersatz), ä. Okuruo. e. Hütte der großen Frau. HxZ tzjx älteste

wcrstanlage.

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unverheiratete