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So wenig einladend auch alle diese Bäume sein mögen, so freut man sich doch, wenn man im heißen Sommer im Flußtal unter ihrem Schatten ausspannen kann. Ist doch das ganze Land sonst bis zur Omaheke hin mit fast blätterlosen Dornbüschen bedeckt, die 2 bis 2^s m hoch werden, mit ihren krummen Hakendornen einen festhalten und ein Hindurchgehen fast unmöglich machen. Besonders lästig sind die ninisnnnn, von den Holländern 66ir Lsstsk" genannt. Diese zahllosen Dornen, die unausrottbar sind, drücken vor allem dem Hererolande seinen Charakter auf.
Neben den zahllosen Dornbäumen und unausrottbaren Dornbüschen gibt es noch eine große Zahl anderer Sträucher; unter ihnen spielt besonders der wilde Rosinenstrauch, Omuvapu, eine große Rolle. Er ist den Herero heilig, und von ihm wird bei ihren Opfern noch näher die Rede sein müssen. Seine beliebten Beeren dienen zugleich als Nahrung.
Die Plora.
Wenden wir uns nun zur Flora des Landes, so sei von vornherein bemerkt, daß eine vollständige Darstellung und Aufzählung der Pflanzenwelt an dieser Stelle weder beabsichtigt noch möglich ist. Nur einiges sei aus dem immerhin großen Reichtum derselben hervorgehoben. Da verdienen zunächst eine Reihe von Lilienarten und Knollengewächsen Erwähnung, ferner Euphor- bien- und Aloö-Arten, unter ihnen besonders die Oupitmllin ennäölnhris (- Otjindombo genannt) und die Agaven an den Bergen des Swakoptales eine Menge Kakteen, darunter der Onguehe, Schlangenkaktus, und der Ouzuo, Giftkaktus, der das stärkste Pfeilgift liefert. Von den Knollengewächsen wären etwa zu nennen die Osona, eine armdicke und ebenso lange Knolle; die Otjinakui, unsrer kleinen Kartoffel gleichend; die Otjitore, Otjimaka, Orunakui, Ondape, Onduri, Ombaruru usw., alle sind eßbar; einige gleichen unsrem Schwarzwurz. Die Omundjosewurzel, die etwa 30 ein lang und 10 ein dick wird, gibt den Gerbstoff für das Leder her. Ferner gehört hierher die ebenfalls eßbare Wurzel der Ombanjui, 20 ein dick und 30 ein lang. Aus ihren gelben Blüten entwickeln sich Fruchtkapseln mit zwei kastanienähnlichen, ölhaltigen Nüssen, einem Hauptnahrungsmittel der Armen. Doch wächst die Ombanjui nur im Sandfeld des Nosobgebietes und in der Omaheke bei Osire. Die Ozohe, ein kleiner Strauch mit bohnenartiger Frucht, gibt, wenn ihre Bohnen geröstet und gekocht werden, ein wohlschmeckendes, kaffeeähnliches Getränk. Auch die Pilze fehlen nicht; besonders wird der Ejoova, ein großer, schöner Pilz mit armdickem Strunk, mit Vorliebe gegessen. — Unter den Rankcngewächsen und Schlingpflanzen sind von Interesse die Nara, die Eraura und Ehahe, ferner die Ekungu, wilde Gurke, die Oruzenga und besonders die Otjihangatene, deren spinnenförmige Samenkapsel mit ihren klauenartigen Dornen sich in der Hand des Finders festkrallt, und wehe dem.