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Die Herero : ein Beitrag zur Landes-, Volks- und Missionskunde / von J. Irle
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mit oft schöner Waldung und spärlich bewachsene Hochebenen miteinander ab. Malerisch schön ist auch hier wieder der Anblick der oft 350 in hohen Ufer­wände des Swakop. Von Husab bis Gavieb ist ein wahres Felsenmeer von Schluchten und Wasserrinnen, ein lebensgefährliches Labyrinth für den Reisenden, der sich nicht darin auskennt.

Gebirge.

Von den Gebirgszügen und Einzelbergen, welche in nordöstlichem Zuge das Innere des Hererolandes von dem Kaokofeld abgrenzen, sind folgende die erwähnenswertesten. Am weitesten nach Westen und noch am linken Ufer des vorhin schon genannten Khan erhebt sich zwischen Okombahe und Omaruru im Norden und Ameib im Süden das Massiv des Erongo-Gebirges bis zu einer Höhe von 1510 m. Mehr vereinzelt steigt im Osten von Omburo das Omatjao-Gebirge auf, 2100 m hoch, das in seiner Bildung säst dem berühmten Tafelberge bei Kapstadt gleicht. Nordöstlich von ihm schauen die 2680 m hohen pyramidenartigen Berge des großen und kleinen Omatako weit ins Land hinein. Nach einem Zwischenraum, der dem Kaokofeld und der gleich zu nennenden Omaheke erlaubt ineinander überzugehen, folgt bei Water- berg das Omuveroumue-Gebirge, bis zu 2100 in hoch. Es ist eine Gebirgs- bildung ganz anderer Art wie die übrigen. Denn während diese aus Granit­massen bestehen, ist das Omuveroumue ein Sandsteingebirge. An ihrem Rot sogleich erkennbar, fallen seine Wände nach Osten und Süden steil ab, während es nach Westen und Norden allmählich in eine Hochebene verläuft.

Kehren wir zu unserm Ausgangspunkte im Westen zurück und verfolgen nun die nach dem Namalande hin abschließenden Gebirgszüge, so ragt aus ihnen nördlich von Otjimbingue der Liewenberg, 1900 in hoch, heraus. Der vielgenannte Kaiser-Wilhelmsberg bei Okahandja ist mehr nur ein 300 in hoher unbedeutender Felsen, von den Herero Eu6 genannt. Jenen Namen gaben ihm die Missionare Diehl und Jrle im Jahre 1871, als sie die Nachricht von der Gründung des neuen deutschen Kaiserreiches erhielten. Welche Bedeutung diesem Berge in der Geschichte der Herero selbst zukommt, wie sie nach ihm die Jahrepoche benennen, in der sie ihre Befreiungskriege gegen die Nama begannen, davon später. Im Süden dieser Berge breitet sich die Komas-Hochebene mit ihren zerrissenen Schluchten aus, um nach Süd­osten hin ihre Grenze an dem 2100 in hohen Auasgebirge zwischen Windhuk und Rehoboth zu finden. Von ihm gehe» Ausläufer nach Osten und nach Norden hinaus. Die Fortsetzung der letzteren gleichsam sind nördlich des weißen Nosob die in dem Aufstand des vorigen Jahres so bekannt gewordenen Onjatiberge. Nach Norden sind diesen vorgelagert die Okonguendjebcrge, 1780 m hoch. Weiter wären noch zu nennen nach Osten hin die Omuewe-