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Deutsch-Südafrika im 25. Jahre Deutscher Schutzherrschaft : Skizzen und Beiträge zur Geschichte Deutsch-Südafrikas / von Wilhelm Külz
Entstehung
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des Landes nicht bilden. Die Tätigkeit des Prospektors muss sich hinzugesellen, der berufsmässig zwar, aber auch mit einer guten Portion Romantik ausgerüstet, das Land durchzieht, um Mineralien zu suchen. Die Aussicht auf materiellen Gewinn schärft den Blick ganz ausserordentlich, und es ist deshalb das britische System, wie es neuerdings die South West Africa Company aufgegriffen hat, sehr nachahmenswert, nach welchem dem Prospektor, der abbau­würdige Lagerstätten nachweist, namhafte Belohnungen zugesichert werden.

d) Handel und Gewerbe, Handwerk und Industrie.

Zu Beginn der deutschen Schutzherrschaft hatte der gesamte Handel seinen Ausgangspunkt in der Kapkolonie und in Walfisch­bai. Von Kapland her war früher schon der Schwede Andersson mit seinen grossen Warenzügen durch das Hererogebiet gezogen, von Kapland oder von Walfischbai aus brachten die Missionare ihre Bedürfnisse und ihre Handelsartikel auf ihre Stationen, vom Oranje her drangen auch die ersten Wanderhändler zu den Ein­geborenen vor. Der Handel war Tauschhandel. Der Versuch von Lüderitz, von Angra Pequena aus mit seinem über Kapstadt ins Land gebrachten deutschen Waren' den Süden des Schutzgebiets zu erobern, schlug fehl. Der geringe Bedarf der bedürfnislosen und mittellosen Hottentotten konnte neben den kleineren Händlern kein grosses Unternehmen rentabel machen. Wie als Bezugsland so kam auch als Absatzgebiet ursprünglich nur britisches Terri­torium in Betracht. Vor der deutschen Besitzergreifung war vor­übergehend auch Viehexport nach St. Helena versucht worden. Im allgemeinen wurden aber die Rinderherden, welche die Händler nach und nach auf ihren Zügen bei den Hereros eintauschten, in die Kapkolonie, zuweilen wohl auch nach Transvaal getrieben. Andere Tauschobjekte, so die Straussenfedern und in der ersten Zeit auch Elfenbein, wurden meist über Walfischbai verschifft. Die deutsche Schutzherrschaft änderte in den ersten Jahren nichts an der Lage des Handels. Angra Pequena blieb bedeutungslos und das britische Walfischbai war so lange das Eingangstor zum deut­schen Schutzgebiet, bis es den vereinten Bemühungen Franqois und der Kolonialgesellschaft gelang, in Swakopmund eine neue Ein­gangspforte zu eröffnen. Hinsichtlich der Handelsobjekte brachte die deutsche Schutzherrschaft schon früher eine Umgestaltung. Zu den begehrtesten Handelsartikeln für die Eingeborenen gehörten