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Deutsch-Südafrika im 25. Jahre Deutscher Schutzherrschaft : Skizzen und Beiträge zur Geschichte Deutsch-Südafrikas / von Wilhelm Külz
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247
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VI.

Deutsches Wirtschaftsleben.

1. Das Verkehrswesen.

Der Verkehr nach und aus dem Schutzgebiet sowie der Ver­kehr im Schutzgebiete selbst haben sich lange Zeit in den be­schwerlichsten und unzulänglichsten Formen bewegt. Dadurch wurde die Beförderung von Gütern, Personen und Nachrichten stark beeinträchtigt. Die Entwickelung des Landes litt schwer unter dem Mangel der hauptsächlichsten Vorbedingung: eines aus­reichenden und geordneten Verkehrswesens. In einem Kulturlande richten sich die Verkehrseinrichtungen in der Hauptsache nach dem Verkehrsbedürfnis, für ein neu zu erschliessendes Land kommt dieser Gesichtspunkt nicht in erster Linie in Betracht. Hier wir­ken Verkehrseinrichtungen viel mehr als dort verkehrserzeugend und wirtschaftsbildend. Dieser Erfahrungstatsache haben die massgebenden Stellen für Südwest anfänglich nur sehr unvollkom­men Rechnung getragen. Der langsame wirtschaftliche Auf­schwung des Landes ist nicht zuletzt auf die in ihrer Gesamtheit früher ungenügenden Verkehrsanlagen zurückzuführen.

Lange Jahre hindurch bestanden die Verkehrsmittel im Innern ausschliesslich aus Ochsenwagen und Reitpferd. Nebenher wurde auch, vor allem durch Francois, die Einführung des Kamels zur Personen- und Nachrichtenbeförderung versucht, jedoch ohne bleibenden Erfolg. Auf dem Ochsenwagen, zwanzigfach be­spannt, war der Bur durchs Land gezogen, langsam und träge; auf dem Ochsenwagen kamen die Missionare ins Land; auf dem