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Deutsch-Südafrika im 25. Jahre Deutscher Schutzherrschaft : Skizzen und Beiträge zur Geschichte Deutsch-Südafrikas / von Wilhelm Külz
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man der Company die Anerkennung zuteil werden lassen, dass sie formell ihre Verpflichtungen eingehalten hat, und dass ihre Tätig­keit, wenn auch zum grossen Teil mittelbar durch die Otavigesell- schaft, erhebliche wirtschaftliche Werte im Lande geschaffen und erschlossen hat. Das reine Gegenteil gilt von der grossen eng­lischen Gesellschaft des Südens, der South African Territories. Formell betrachtet, war die Konzession dieser Gesellschaft eine Bestätigung angeblich wohlerworbener früherer Rechte, tatsächlich war sie die Auslieferung des farmwirtschaftlich verwendbaren Teils des Südens an England. Wenn die Konzession in ihrem vollen Umfange realisiert worden wäre, würde kein Raum für eine deutsche Wirtschaftsbetätigung in diesen Gebieten gewesen sein. Glück­licher Weise ist nur der kleinere Teil der Konzession Wirklichkeit geworden, und es kann keine Kolonialverwaltung geben, die sich zu der von der Gesellschaft erstrebten Erweiterung ihres Besitzes ver­stehen wird. Der Besitz der Gesellschaft ist ein Pfahl im Fleische des deutsch-südwestafrikanischen Wirtschaftskörpers.

Deutsches Kapital arbeitet in vielen ausserdeutschen Ländern und wird dort gern gesehen. Das ist ein Zeichen dafür, dass es dem fremden Rahmen sich anpasst. Es wäre kurzsichtig, wenn wir fremdes Kapital nicht auch in Deutsch-Südwestafrika arbeiten lassen wollten, aber wir dürfen auch für dieses Land eine solche Anpassung des fremden Kapitals verlangen. Das ist bisher nicht gelungen. Es wäre aber nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch bedenklich, wenn eine Vorherrschaft des englischen Ka­pitals für Deutsch-Südwestafrika in Permanenz erklärt würde.

b) Farm- und Siedelungswirtschaft.

Von einer Farmwirtschaft war im Schutzgebiet zur Zeit der Aufrichtung der deutschen Schutzherrschaft nicht die Rede. Wohl sassen am Oranje einige weisse Siedler, und Buren zogen mit ihren Herden von Weideplatz zu Weideplatz, das war aber auch alles. Die Viehwirtschaft lag fast ganz in den Händen der Hereros. Dies wurde zunächst auch nicht anders, denn die Weissen kamen nicht in das Land, um Farmwirtschaft zu treiben, sondern sie strebten nach Bodenschätzen und Handelsgewinn. Nur die Mission trieb auf den von den eingeborenen Häuptlingen überlassenen Weideplätzen auch damals schon Viehwirtschaft und Gartenkultur. Die Regierung sah vollkommen davon ab, für die Besiedelung und farmwirtschaftliche Nutzbarmachung des Landes etwas zu tun. Erst als die Kolonial-