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(ngu ist die große Festzeit 1 ) brich es (das Hirsekorn) schneide es (der Hirse die Ähren ab)
10. nko
11. ngueng
12. füelä
13. linä
14. ngondu
Die Namen ohne besondere Bedeutung sind nicht so allgemein bekannt und gebräuchlich wie die, die sich auf die landwirtschaftliche Arbeit beziehn. Wir erkundeten sie während eines längeren, durch Krankheit verursachten Aufenthalts beim Dorfhäuptling von Bambu, der abends häufig seine alten, weisen Männer zusammenrief, denen vom Dolmetsch unsre Fragen vorgelegt wurden. Es gab längere Beratungen, bis die Reihenfolge der Namen zur allgemeinen Zufriedenheit festgestellt war.
Bildende Kunst und Ornamentik
Als Kunst sind nur solcheÄußerungen eines primitiven Volkes anzu sehen, die sich so weit über rein ornamentale Ausschmückung von Häusern und Geräten erheben, daß man in ihnen eine selbständige Äußerung des menschlichen Geistes erkennen kann, oder solche Erzeugnisse, die, ohne jede Verbindung mit einem Gebrauchsgegenstand, rein aus Freude und Lust am Darstellen geschaffen sind. Als Beispiele rein künstlerischer Erzeugnisse dürfen ohne Bedenken die aus Holz geschnitzten großen Trommeln, Thronsessel und Stützpfosten an den Häusern im westlichen Grashochland, besonders in Bamum 2 , angesehen werden, wie auch die großen, wahrscheinlich am Vorbild der Holzschnitzerei dort entwickelten Arbeiten in Bronze 3 . Bei den Tikar finden wir kein Gegenbeispiel dafür: weder die Lehmornamente an den Hauswänden, noch die Verzierungen der sockelartigen Lehmsitze können als etwas Höheres denn schmückende Ornamentik angesehen werden, auch die an und für sich hoch entwickelte Technik der feinen und kunstvollen Bronzearbeiten bleibt immer beim rein ornamentalen Schmuck kleiner Geräte und Schmucksachen stehen.
Aber primitive, doch deutliche Zeugnisse reiner Freude am Wiedergeben und Darstellen sinnlicher Eindrücke fanden wir bei den Tikar. Selbst in abgelegenen Gebirgsdörfern waren hie und da die Wände der Häuser mit Zeichnungen geschmückt, die mit weißem Aschenbrei auf den gelben oder roten Lehmbewurf aufgetragen werden. Als Schmuck des Hauses sind sie wohl kaum ursprünglich gedacht, denn es fehlt ihnen, was der Tikar sonst bei jeder Schmuck-Ornamentik streng einhält, die Symmetrie. Regellos sind die Zeichnungen über die Wand verstreut 4 , ohne Zweifel sind sie garnicht als Schmuck des Hauses gedacht, aber dem Tikar steht nur die Haus wand als einzige große, glatte Fläche von gewisser Dauer zur Verfügung und sa wird sie Trägerin und Unterlage der als Selbstzweck gefertigten Zeichnungen. Daß dazu meist die äußere Hauswand dient, hat seinen
1 Vergl. S. 112.
2 Vergl. 1. Teil Tafel 9 und 10.
3 Vergl. S. 54.
* Vergl. 1. Teil, Tafel 15 Abb. 2.