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Die Stellung des Deutschtums in Posen und Westpreussen : mit einer Sprachenkarte der deutschen Ostmarken / von Moritz Weiss
Entstehung
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also ein Drittel, Deutsche, Juden und Ruthenen sein. Dabei sind die Juden in Galizien (fast 900 000) noch nicht einmal den Juden zugezählt! Wenn also das Ziel des Friedenskongresses ist, möglichst geschlossene Nationalitätenstaaten zu schaffen, um nationale Reibungen zu vermeiden, so würde die Entstehung eines solchen Polens die Welt diesem Ziele nicht näherbringen, sondern weiter davon entfernen. Polen würde ein Nationalitätenstaat werden; es würde eine ungeheure deutsche und ruthenische Jrredenta in West und Ost haben und nur eine Quelle neuer Beunruhigungen und Kriege sein.

Posen und Ostgalizien.

Und haben denn die Polen auch nur der Zahl nach Anspruch auf Posen und Westpreußen? Daß sie die Regierungsbezirke Danzig, Marienwerder und Bromberg auch zahlenmäßig nicht für sich be­anspruchen können, wurde schon gesagt. Aber sind denn gerade die Polen berechtigt, auch nur den Regierungsbezirk Posen von Deutschland zu fordern? Die Polen halten sich allerdings keineswegs daran, nur die Gebiete zu fordern, die über 50 U polnisch sind. In den litauischen Gouvernements Wilna und Grodno, die die Polen ja auch beanspruchen, lebten 1909 selbst nach polnischen Quellen nur 47^ (Wilna) und in Grodno gar nur 25,3 U Polen. Noch charakte­ristischer liegen die Verhältnisse in Ostgalizien. Daß Ostgalizien polnisches Land ist und polnisch bleiben muß, ist die Überzeugung eines jeden Polen. Nun sprachen aber in Ostgalizien 1910 nach polnischen Quellen (Polen" S. 78. 85 ff.) nur 38.8 U die polnische Umgangs­sprache und 58,9 U die ruthenische. Dabei ist aber zu berücksichtigen, daß in Ostgalizien 1910 nicht weniger als 12,4 U der Bevölkerung mosaischer Konfession" waren. Da die österreichische Statistik den jüdischen Jargon als Umgangssprache nicht kennt, sind diese 12,4 U Juden ohne Zweifel allergrößtenteils als Polen gezählt. Es ist aber sicher, daß sich diese Juden in ihrer Mehrzahl durchaus nicht als Polen fühlen; sie betrachten sich, wie alle Ostjuden, als besondere Nationalität und stehen zum Teil in schärfstem Gegensatz zu den Polen. Auch in Warschau ist ja die Gruppe der sogenannten Assimi- lanten nur verschwindend gering. Man wird also die Hauptmenge dieser Juden von den Polen abziehen müssen und danach sagen dürfen, daß die Zahl der Polen in Ostgalizien 30U nicht übersteigt. Im Regierungsbezirk Posen aber waren im selben Jahre 32,2 °/g Deutsche